21. Oktober 2009 08:27

Finanz-Skandal 

Madoff-Geschädigte klagen nun die Banken

Betroffen sind zwei US-Banken und KPMG.

Madoff-Geschädigte klagen nun die Banken
© APA

Der größte Betrugsfall an der Wall Street weitet sich aus: Betrogene Anleger des Milliardenschwindlers Bernard Madoff verklagen nun auch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG sowie die Geldhäuser JPMorgan Chase und Bank of New York Mellon. Die bei einem New Yorker Gericht eingereichte Klageschrift beschuldige die drei Unternehmen, eine zentrale Rolle in dem Betrugsfall gespielt zu haben, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung der in Kalifornien ansässigen Anwaltskanzlei Cotchett, Pitre and McCarthy. Die Anzeige basiere auf einem Interview der Kanzlei mit dem inhaftierten Madoff im Juli, Gesprächen mit ehemaligen Angestellten und monatelangen Recherchen.

Missbrauch von Frauen und Drogen
Der Klageschrift zufolge soll JPMorgan Chase Madoff geholfen haben, fast sechs Mrd. Dollar (4,01 Mrd. Euro) an Anlegergeldern zu waschen. KPMG werde vorgeworfen, das betrügerische Verhalten in Madoffs britischer Firma nicht auffliegen gelassen zu haben. KPMG hatte die Bücher von Madoff Securities International Ltd geprüft. In der Klage heiße es zudem, in der Firma Bernard L. Madoff Investment Securities LCC in New York seien der Missbrauch von Frauen und Drogen üblich gewesen. Der Drogengebrauch in den Büros sei als weit verbreitet beschrieben worden und die Räume mit Blick auf den Kokaingebrauch bei Partys als "Nordpol" bezeichnet worden, heißt es in den Gerichtsunterlagen weiter.

In dem nun eingereichten Zusatz zu einer bereits anhängigen Zivilklage werden auch Oppenheimer Acquisition Corp, Massachusetts Mutual Life Insurance und die Tremont-Fonds-Gründerin Sandra Manzke sowie der ehemalige Tremont-Chef Robert Schulman aufgeführt.

KPMG und JPMorgan Chase lehnten eine Stellungnahme ab. Die Bank of New York Mellon war zunächst nicht zu erreichen. Massachusetts Mutual Life Insurance, Muttergesellschaft von Oppenheimer und Tremont Fonds, erklärte, energisch gegen die Vorwürfe vorzugehen. Tremont-Sprecher Montieth Illingworth sagte, die Anschuldigungen seien falsch und das Unternehmen werde sich vor Gericht verteidigen.

Madoff war im Dezember aufgeflogen und hatte sich im März schuldig bekannt, ein gigantisches Schneeballsystem betrieben zu haben. Damit soll er Anleger um bis zu 65 Mrd. Dollar geprellt haben. Ende Juni wurde er zu einer Haftstrafe von 150 Jahren verurteilt.




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