22. Mai 2009 15:44

Gehalts-Begrenzung 

Manager jammern bei Merkel

Eine Gruppe an deutschen Managern protestiert gegen die Begrenzung ihrer Gehälter. Für SPD-Fraktionsvize ist dies ein "Zeichen unveränderter Arroganz".

Manager jammern bei Merkel
© sxc

Die Spitzen der deutschen Wirtschaft haben bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gegen die geplante Begrenzung der Manager-Gehälter protestiert. "Wir warnen nachdrücklich davor, unternehmerische Entscheidungen wie die Gestaltung von Vorstandsverträgen bis ins Detail zu verrechtlichen", zitierte das "Handelsblatt" aus einem Brief der Aufsichtsratschef von zwölf Dax-Konzernen.

Siemens-Chef
Die zwölfköpfige Gruppe wird demnach angeführt von Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme. Die Konzern-Kontrolleure verlangen von Merkel einen Verzicht, mindestens aber eine grundsätzliche Revision der Koalitionspläne. Die Vorhaben gingen "weit über eine sinnvolle gesetzliche Rahmensetzung" hinaus. "Derartige Bestrebungen können der komplexen Unternehmenswirklichkeit nicht gerecht werden."

Merkel noch nicht reagiert
Vize-Regierungssprecher Thomas Steg bestätigte den Erhalt des Briefes. Merkel habe sich damit aber noch nicht auseinandersetzen können, sagte er.

"Ignoranz"
SPD-Fraktionsvize Joachim Poß kritisierte die Äußerungen als ein Zeichen von "erheblicher politischer und gesellschaftlicher Ignoranz". Eine "bestimmte Kaste wirtschaftlich Mächtiger" verweigere sich offensichtlich jeglicher Einsicht und Bewusstseinsänderung. Die vorhandenen Pfründe und die vorhandenen Möglichkeiten, die eine Mitursache auch für die aktuelle Finanzkrise seien, sollten nach dem Willen der Verfasser des Briefes unangetastet bleiben.

Begrenzung
Eine Arbeitsgruppe der großen Koalition hatte sich Anfang Mai auf die wesentlichen Punkte der Begrenzung von Managergehältern verständigt. Geplant ist unter anderem, dass Führungskräfte künftig mit einem Selbstbehalt von bis zu einem Jahresgehalt für selbst verschuldete Schäden haften. Für kommenden Montag ist eine Sachverständigenanhörung im Bundestag geplant.




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