14. August 2007 20:11

Instabile Aktie 

Mega-Stress für Mirko Kovats

A-Tec-Boss Kovats steigerte den Profit im ersten Halbjahr um 124 Prozent. Er steht vor der Einigung im Kupfer-Krimi – und demnächst vor Gericht.

Mega-Stress für Mirko Kovats
© APA

A-Tec-Chef Mirko Kovats hat im ersten Halbjahr 2007 alles erlebt, was der Kapitalmarkt zu bieten hat. Als Börsenneuling war die Aktie seines Industriekonzerns zunächst der Shootingstar.In sechs Monaten legte das Papier um 90 Prozent zu – um dann einen Rekord in der Gegenrichtung zu verzeichnen: In den Börsenturbulenzen seit Mitte Juli war die A-Tec mit minus 30 Prozent der größte Verlierer.

Kurs-Turbo
Die erneute Trendwende kam diese Woche. Seit Montag machte das A-Tec-Papier bis zu 15 Prozent gut. Kaum ein anderer heimischer Wirtschaftskapitän steht derzeit so im Rampenlicht wie Mirko Kovats. Kein anderer kämpft an so vielen Fronten.

Einer der Gründe für den Kursanstieg ist das Angebot eines Fonds aus Dubai. Kovats: „Das ist sehr mysteriös – eine anonyme Gruppe von Investoren, die nicht einmal eine Homepage haben. Es gab eine Anfrage für eine 20-prozentige Beteiligung. Aber ich gebe sicher keine Anteile ab!“ Kovats hält über seine Privatstiftung 55,2 Prozent an der A-Tec.

Rekordergebnis
Weiteren Auftrieb gab der A-Tec-Aktie die gestern präsentierte, über den Erwartungen liegende Halbjahresbilanz. Das Betriebsergebnis stieg um 124 Prozent auf 46,6 Millionen Euro. Der Umsatz der vier Unternehmenssparten (Anlagenbau, Antriebstechnik, Maschinenbau, Metall) wuchs um 47 Prozent auf 970 Millionen. Fürs Gesamtjahr peilt Kovats über 2,1 Milliarden Euro an.

Aber auch die Schulden der A-Tec nehmen enorme Ausmaße an: 511,2 Millionen sind es schon, nachdem im ersten Halbjahr 400 Millionen in Beteiligungen investiert wurden.

Kupfer-Einigung in Sicht
Der Löwenanteil davon entfällt auf neue Beteiligungen in der Kupferindustrie. Kovats kaufte 15,1 Prozent der der Norddeutschen Affinerie (NA) und 25,01 Prozent der belgischen Cumerio – und löste den europäischen Kupferkrieg aus.

Dieser steht nur vor einer Befriedung, wie ÖSTERREICH in Erfahrung bringen konnte. Wahrscheinlichstes Szenario: Kovats gibt Cumerio-Anteile an die NA ab und ermöglicht so deren Fusion. Im Gegenzug stockt er bei der NA auf 25 bis 30 Prozent auf und erhält dort mehrere Aufsichtsratsmandate.

Einen Ausstieg aus seinen Kupferbeteiligungen bezeichnet der Industrielle als „Nonsens“.

Der Krida-Prozess gegen Kovats wegen der Pleite seiner früheren Diskothek A2 Südpol beginnt am 17. September. Kovats gibt sich gelassen – und will eine Ruf­schädigungsklage gegen Kleinaktionärsverteter Wilhelm Rasinger in diesem Zusammenhang auf zehn Millionen Euro erhöhen.




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