07. April 2009 15:29

Nur geringe Abflüsse 

Meinl-Bank trotz Turbulenzen stabil

Die Affäre um Aufsichtsratspräsident Julius Meinl V. hat für große Aufregung gesorgt. Zahlreiche besorgte Kunden haben zwar ihr Geld von der Bank geholt, aber bei weitem nicht genug, um die Meinl-Bank zu destabilisieren.

Meinl-Bank trotz Turbulenzen stabil
© APA/ Schlager

Die Meinl Bank habe durch die jüngsten Turbulenzen rund um die Untersuchungshaft von Julius Meinl V. zwar geringe Geldabflüsse einiger verunsicherter Kunden erlitten, die Lage des Finanzinstituts sei aber stabil, betont Meinl Bank-Vorstand Peter Weinzierl. Die Bank habe eine starke Substanz und eine hohe Eigenkapitalquote von über 42 Prozent (per Ende 2008), ihre Existenz sei daher in keiner Weise gefährdet. Die Bank verwalte Assets von rund 2,5 Mrd. Euro.

Der Bank-Vorstand verteidigte erneut alle Geschäfte im Zusammenhang mit den drei umstrittenen Fonds-Gesellschaften, Meinl European Land (MEL, heute Atrium European Real Estate), Meinl Airports International (MAI) und Meinl International Power (MIP). Lediglich die "Kommunikation" wäre wohl besser zu machen gewesen, "an der Struktur sehe ich nach wie vor keine Fehler".

Meinl-Kaution stammte nicht von der Bank
Weinzierl zählt selber zu den von der Justiz Beschuldigten, auch ihm werden schwerer gewerbsmäßiger Betrug und Untreue vorgeworfen. Für Weinzierl und die anderen Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung. Der vergangene Woche vorübergehend in Untersuchungshaft genommene Aufsichtsratspräsident Julius Meinl V. werde seine Funktion weiter ausüben, allerdinsg weniger aktiv wie zuvor. Die 100 Mio. Euro für die Kaution, die Julius Meinl für seine Freilassung stellen musste, kommen nicht von der Meinl Bank, das wäre nach Bankwesengesetz auch gar nicht möglich, versicherte Weinzierl.

Grasser-Rückzug nicht tragisch
Dass Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser nach der vorübergehenden U-Haft für Julius Meinl V. angekündigt hatte, er werde sich von der Power-Gesellschaft zurückziehen, wurde von Weinzierl zurückhaltend kommentiert. Die Rolle Grassers bei der "Power" habe ohnehin ein "Ablaufdatum", da bei einer bevorstehenden Hauptversammlung der Power voraussichtlich unter der neuen Führung die Liquidation der Gesellschaft beschlossen werde. Nähere Details wisse er nicht.




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