30. April 2008 17:17

20.000 Euro Strafe 

Meinl-Chefs berufen gegen FMA-Strafe

Die MEL- bzw. MERE-Manager wollen die Strafe der Finanzmarktaufsicht nicht so einfach auf sich sitzen lassen.

Meinl-Chefs berufen gegen FMA-Strafe
© APA-FOTO: HARALD SCHNEIDER

Die Meinl European Land (MEL) wird gegen ein Urteil des Unabhängigen Verwaltungssenats Wien (UVS) Berufung einlegen, mit dem von der Finanzmarktaufsicht verhängte Strafen gegen MEL-Direktoren bestätigt wurden. Dies bekräftigte Peter Weinzierl, Vorstand der Meinl Bank und Manager in der MEL-Management-Gesellschaft MERE, bei einer Telefonkonferenz am Mittwochnachmittag.

Urteil soll gekippt werden
"Wir glauben, dass wir das Urteil als ganzes kippen können", sagte Weinzierl mit Hinweis auf die Argumentation des UVS, die sich seiner Meinung nach der Argumentation der MEL angenähert hat. Die Berufung sei im Hinblick auf die drohenden Schadenersatzklagen geschädigter Anleger notwendig, sagte er. Die bekämpften Geldstrafen wurden wegen Irreführung der Marktteilnehmer verhängt. Sie belaufen sich auf je 20.000 Euro pro Manager.

Weinzierl und MEL-Finanzchef Stephan Visy stellten sich in dem Conference Call den Analysten-Fragen zum Jahresergebnis 2007, machten aber keine neuen Angaben zum geplanten Einstieg des israelisch-US-amerikanischen Konsortiums aus Gazit/CPI. Bei dem Deal habe sich gegenüber den Verlautbarungen von Ende März nichts geändert, er solle bis zum Ende des zweiten Quartals abgeschlossen sein, sagte Weinzierl lediglich. Einen Ausblick auf das laufende Jahr gaben die beiden Manager der Meinl European Real Estate (MERE) nicht. Auch "juristische Fragen" etwa nach den Partly Paid Shares (PPS) beantworteten sie nicht.

Gewinnrückgang wegen geringerer Zeitwertanpassung
Visy begründete den deutlich zurückgegangenen Gewinn des vergangenen Jahres mit der geringeren Zeitwertanpassung 2007. Diese sei auf die Schwierigkeiten auf den internationalen Immobilienmärkten und die "dramatisch gesunkene" so genannte yield compression zurückzuführen, letzteres vor allem im 4. Quartal, aber auch in den ersten Monaten 2008.

Die Fragen der Analysten kreisten u.a. darum, inwieweit die MEL über die finanzielle Ausstattung verfügt, ihre Developmentprojekte weiterzuführen. Ende 2007 hatte die MEL rund 1,3 Mrd. Euro an Cash oder Cash-Äquivalenten, die jeweils etwa zur Hälfte bei der Meinl Bank und bei Credit Suisse geparkt waren, wurde geantwortet. Wie berichtet, hat sich die MEL verpflichtet, die 650 Mio. Euro Meinl-Einlagen von dieser Bank abzuziehen.

Wertsteigerungen in Polen
Eine Analystin fragte, welcher Anteil bei den Developmentprojekten notfalls von MEL selbst gestoppt werden könnte (Antwort: rund 60 Prozent). Ein zweiter Analyst fragte nach möglichen Rückflüssen aus künftigen Joint-Ventures (Antwort: rund 400 Mio. Euro) und ein dritter wollte wissen, welcher Anteil an den insgesamt 2,7 Mrd. Euro Immobilien (inklusive Entwicklungsprojekten) bereits verpfändet sei (Antwort: knapp 800 Mio. Euro). Eine rasche Rating-Wiederaufstufung auf "Investment Grad" ist nach Meinung der MEL-Manager auch nach Beendigung des Deals mit Gazit/CPI nicht zu erwarten.

Auf der positiven Seite hoben Weinzierl und Visy starke Mietsteigerungen im vergangenen Jahr und Wertsteigerungen speziell in Polen hervor, wo 60 Prozent der Aufwertungen 2007 herkamen. Abgewertet werden mussten dagegen Einkaufszentren in Kazan und St. Petersburg. Die Bruttomieten waren 2007 um 24 Prozent auf 120 (96,5) Mio. Euro gestiegen.




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