16. März 2009 17:54

Für Handelsfirma 

Mensdorff will Kurzarbeits-Beihilfe

Durch die negativen Medienberichte seien die Aufträge arg geschrumpft.

Mensdorff will Kurzarbeits-Beihilfe
© APA

Der in U-Haft sitzende Waffenlobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly hat für seine Handelsfirma MPA eine Kurzarbeits-Beihilfe beantragt. Das geht aus einem Arbeitsmarktservice-Dokument hervor, das der Tageszeitung ÖSTERREICH (Dienstagausgabe) vorliegt. Darin heißt es wörtlich: "Die Fa. MPA begründet das Begehren um Kurzarbeit damit, dass auf Grund fortlaufend negativer Medienberichte über die Firma und deren Eigentümer (Anmerkung: Alfons Mensdorff-Pouilly ist Gesellschafter) sich die Auftragslage massiv verschlechtert hat.

Aufträge um 80% geschrumpft
Durch diverse Anschuldigungen ist für die (internationalen) Kunden die Firma MPA als Vertragspartner nicht mehr tragbar und nahezu alle bestehenden Beraterverträge wurden aufgekündigt." Seit 2006 habe sich die Auftragslage um ca. 80 Prozent verringert, begründete die Firma ihren Antrag. Man rechne aber damit, dass sich dieser Zustand nach der von Mensdorffs Anwälten erwarteten Einstellung der Ermittlungen (mutmaßlich Herbst 2009) wieder verbessere. Daher sollen fünf Angestellte vorerst bis Ende Juli 2009 kurzarbeiten, nur vier davon hätten die Kurzarbeit aber akzeptiert, heißt es im AMS-Dokument unter Berufung auf MPA-Angaben.

Mensdorff bekommt eher nichts
Die Firma des adeligen Großgrundbesitzers wird freilich ohne staatliche Kurzarbeits-Subventionen über die Runden kommen müssen: Denn die AMS-Geschäftsstelle Wien beurteilt den entsprechenden Antrag für die MPA-Beschäftigten vorerst negativ: "Unseres Erachtens nach liegen die Voraussetzungen für Kurzarbeit im Sinne des AMFG/AMSG nicht vor, da einerseits die "empfindliche Störung" nicht wirklich auf unternehmensexterne Umstände zurückzuführen ist und andererseits nicht plausibel dargelegt wurde, dass es sich tatsächlich um eine kurzfristige Beschäftigungsschwankung handelt. Beide Faktoren (wahrscheinliche Einstellung des Verfahrens im Herbst 2009 sowie die Rückkehr ehemaliger Kunden) sind vom Unternehmen nicht vorhersehbar", heißt es im ÖSTERREICH vorliegenden AMS-Dokument. Eine endgültige Entscheidung über die Kurzarbeits-Beihilfe wird demnach am 18. März in einer AMS-Landesdirektoriums-Sitzung fallen.




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