02. Oktober 2007 17:24

Oranges Zeitalter 

Michael Krammer tritt bei One an

Nach dem Closing des One-Verkaufs folgt der Chefwechsel. Neo-Boss Krammer wird den Mobilfunkmarkt gehörig aufmischen.

Michael Krammer tritt bei One an
© TZ Oesterreich Reismann Erich

Für den Handybetreiber One beginnt eine neue Ära. Fast auf den Tag genau zehn Jahre nach seinem Amtsantritt übergibt Jorgen Bang-Jensen den Chefsessel bei der Nummer drei am heimischen Mobilfunkmarkt an seinen Nachfolger: Ex-tele.ring-Boss Michael Krammer. Dieser hatte bereits beim One-Verkauf an die France-Télécom-Tochter Orange und den Finanzinvestor Mid Europa Partners (MEP) als Berater der Investoren fungiert.

Am Dienstag Nachmittag ging das sogenannte Closing des Verkaufs über die Bühne – und damit ist heute der Weg frei für den Chefwechsel, den ÖSTERREICH bereits Anfang Juli exklusiv ankündigte. Krammer verspricht „interessante Neuerungen“ für One. Er werde aber im Laufe der nächsten Tage zunächst die Mitarbeiter informieren.

Markenwechsel
Im Raum steht, dass die Marke One verschwindet und durch Orange ersetzt wird. Zuletzt gab es aber auch Spekulationen, dass der Name One eventuell bleibt, das Logo allerdings umgefärbt wird. Gerüchte um strenge Sparvorgaben der neuen Eigentümer machen ebenfalls die Runde. „All das kommuniziere ich zunächst den Mitarbeitern“, sagt Krammer beharrlich.

Fix ist, dass Mobilfunk-Profi Krammer, der schon tele.ring mit der „Speck“-Kampagne auf Erfolgskurs führte, über den Sommer an Ideen getüftelt hat, um frischen Wind in den Markt zu bringen. Noch aggressivere Tarife (Stichwort Weihnachtsgeschäft) und eine Beschleunigung des Netzausbaus für mobile Daten­übertragung kommen sicher.

Solide Basis
Krammer kann auf ein gutes Fundament aufbauen. Das erste Halbjahr 2007 war mit einem Nettogewinn von 20,1 Millionen Euro das beste der One-Unternehmensgeschichte. Mit knapp über zwei Millionen Kunden hat One einen Marktanteil von 22,5 Prozent. Trotz Verkaufs liefen die Kampagnen für den Sprachtarif „4 Immer“ und das mobile Breitband H.U.I. im Sommer erfolgreich weiter.

Potenzial gibt es vor allem am Datenmarkt, wo ohne teure Abwerbemaßnahmen noch Neukunden zu gewinnen sind. Hier liegt One mit zwölf Prozent Marktanteil noch am letzten Platz.




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