02. November 2008 20:11

Rebellen wehren sich 

Michael Treichl will das Ruder bei MIP übernehmen

Bei der MIP-HV am 13. November wird über den Treichl-Deal abgestimmt. Tags darauf findet eine Gegen-HV der kritischen MIP-Aktionäre statt.

Michael Treichl will das Ruder bei MIP übernehmen
© APA

Im Meinl-Reich steht die nächste Veränderung an. Michael Treichl, älterer Bruder des Erste Bank-Chefs und Miteigentümer der Londoner Investmentfirma Audley Capital, will bei der MIP einsteigen. Wie berichtet, möchte er die MIP-Managementgesellschaft (derzeit von Karl-Heinz Grasser geführt), übernehmen. Die Zustimmung will sich Treichl bei einer außerordentlichen HV der MIP am 13. November holen. Außerdem plant ein Audley-Fonds eine „signifikante“ Beteiligung an der MIP.

Neue Investmentstrategie
Seine Pläne für die MIP präsentierte Treichl letzten Freitag vor Journalisten. Während die Gesellschaft bisher in Energieprojekte (Kraftwerke, Windparks) investierte, will Treichl künftig auch Beteiligungen an Energiefirmen erwerben. „Hier gibt es jetzt interessante Einstiegs-Gelegenheiten“, so Treichl. „Es wäre ein Jammer, wenn ein Fonds wie MIP die Gunst der Stunde nicht nutzen würde.“

MIP-Chairman Hans Haider freut sich, Treichl als Partner für die MIP gefunden zu haben. „Wir haben einige Lösungen geprüft und sehen hier das beste Poten­zial“, so der Ex-Verbundchef.

Rollenwechsel für Grasser
Das Investment-Management für die MIP möchte Treichl selbst übernehmen. Für Grasser, der diesen Job derzeit inne hat, werde man „eine vernünftige Rolle“ finden, sagt Treichl. Der Name Meinl soll aus der MIP verschwinden. Treichl ist zwar mit Julius Meinl befreundet und betont dessen „hervorragenden Ruf in Londoner Finanzkreisen“. Den in Österreich entstandenen Aufruhr um den Meinl-Namen will er sich aber „nicht antun“.

Rebellen wollen Geld zurück
Kritik an Treichls Plänen kommt von der „rebellischen“ MIP-Aktionärsgruppe. Sprecher Alexander Proschofsky beanstandet etwa den Wechsel der Investmentstrategie. „Das Geld der Anleger war nicht für den Kauf von Energieaktien gedacht.“ Die Rebellen haben eine Gegen-HV einberufen (findet am 14. November statt). Sie fordern u.a. „Geld zurück“ für die Aktionäre als Sonderdividende von ca. 6 Euro / Aktie. Treichl meint, so etwas bedürfe einer Gesetzesänderung. Das für die MIP geltende Jersey-Recht sei dahingehend schon geändert, sagt Proschofsky.

Hedgefonds für Treichl?
Bei der letzten HV waren die Abstimmungsergebnisse knapp. Den Rebellen zugerechnet werden u.a. die US-Hedgefonds Elliott und QVT. Spekuliert wird, dass sie jetzt für Treichl und den Audley-Deal stimmen könnten.




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