07. Juli 2008 19:20

Übernahmekampf 

Microsoft: Yahoo-Übernahme nach Führungswechsel

Microsoft erklärte am Montag, dass es den Suchmaschinenbetreiber nach einem Führungswechsel doch noch übernehmen möchte.

Microsoft: Yahoo-Übernahme nach Führungswechsel
© AP

Mit dem derzeitigen Management seien keine zielführenden Verhandlungen möglich gewesen. Yahoo bekräftigte umgehend seine Bereitschaft zur sofortigen Wiederaufnahme der im Juni abgebrochenen Übernahmegespräche. Die Yahoo-Aktie schoss als Reaktion auf das Microsoft-Interesse um mehr als 12 Prozent in die Höhe.

Hauptversammlung am 1. August
Yahoo-Großaktionär Carl Icahn, der sich für einen Verkauf des Unternehmens einsetzt, möchte auf der Hauptversammlung am 1. August eigene Kandidaten für das Direktorium vorschlagen und den aktuellen Yahoo-Chef und Firmengründer Jerry Yang stürzen. Dieser hatte einen Verkaufs seines Unternehmens an Microsoft mehrmals abgelehnt. Zunächst schlug er ein 47-Milliarden-Angebot für den gesamten Konzern aus, anschließend eine Offerte für einen Anteil von 16 Prozent sowie das Suchmaschinengeschäft.

Aus diesem Grund hatte sich Icahn vergangene Woche mehrmals mit Microsoft-Chef Steve Ballmer getroffen. "Steve hat klar geäußert, dass er an weiteren Gesprächen über eine große Transaktion interessiert ist, wenn Yahoo eine neue Führung hat", schrieb er in einem am Montag veröffentlichten Brief. Experten glauben, dass sich durch die Ankündigung von Microsoft die Chancen für eine Ablösung von Yahoo-Chef Yang erhöhen. "Am Ende muss man davon ausgehen, dass sich institutionelle Anleger für ein Geschäft mit Microsoft entscheiden", sagte Analyst Jeffrey Lindsay von Sanford C. Bernstein.

Komplette Übernahme
Microsoft erklärte, dass nach einem Führungswechsel bei Yahoo sowohl eine komplette Übernahme als auch der Kauf einzelner Unternehmensteile denkbar seien. Für den Softwaregiganten ist Yahoo interessant, weil es seine Position im wachsenden Markt für Internet-und Suchmaschinenwerbung stärken würde. Bisher verdient das Unternehmen aus Redmond sein Geld vor allem mit Betriebssystemen und Bürosoftware.

Microsoft bekräftigte seine Haltung, dass mit der aktuellen Führung des Suchmaschinenbetreibers keine zielführenden Gespräche möglich gewesen seien. Yahoo lud Microsoft dennoch zu neuen Gesprächen ein. Wenn der Softwareriese und sein Chef Steve Ballmer Yahoo wirklich kaufen wollten, sollten sie sofort einen Vorschlag machen, erklärte der Konzern.




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