21. September 2009 15:24

Mit Traktoren 

Kärntner Milchbauern auf den Barrikaden

Mit Traktoren fuhren sie durch Klagenfurt. Sie fordern einen fairen Milchpreis.

Kärntner Milchbauern auf den Barrikaden

Rund 50 Kärntner Milchbauern haben am Montag ihren Unmut mit einer Protestfahrt Luft gemacht. Mit ihren Traktoren fuhren sie im Schritttempo durch Klagenfurt und verteilten gratis Milch. Vor der Landesregierung wurde Landeshauptmann Gerhard Dörfler (B) eine Petition übergeben. Gröbere Verkehrsbehinderungen waren allerdings ausgeblieben.

An der Abschlusskundgebung am Arnulfplatz nahmen rund 200 Personen teil - sie forderten lautstark einen fairen Milchpreis. Zuvor hatten die Bauern die Einfahrtsstraßen nach Klagenfurt durch langsames Fahren blockiert, auf der St. Veiter Straße, der Feldkirchner Straße und am Ring kam es zu kurzen Staus.

Das BZÖ woll im Kärntner Landtag Schritte setzen, um die Milchbauern zu unterstützen und fordert auch ein vehementes Vorgehen durch Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich (V). "Zur Recht protestierten Kärntens Milchbauern gegen die sinkenden Milchpreise und erhalten weder von Bauernbund noch Kammer in irgendeiner Form Rückendeckung und Unterstützung. Ein absolutes Armutszeugnis", so BZÖ-Klubobmann Kurt Scheuch in einer Aussendung.

Protest in Deutschland landet vor Gericht
Der Protest von Milchbauern während der Agrarministerkonferenz im deutschen Eisleben hat ein Fischsterben ausgelöst und ein juristisches Nachspiel. Aus dem Teich am Kloster Helfta wurde seit Samstag rund eine Tonne toter Fische geborgen, die vermutlich wegen der von den Bauern ausgekippten Milch verendeten. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Gewässerverunreinigung, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Halle am Montag sagte.

Am Freitag hatten Landwirte aus Protest gegen die niedrigen Milchpreise mehrere zehntausend Liter Milch aus Güllefahrzeugen vor das Kloster Helfta gekippt, in dem die Minister aus Bund und Ländern tagten. Die Milch gelangte laut Polizei über die Kanalisation in den Teich der Anlage. Seit Samstag wurden rund 1,5 Tonnen Fisch geborgen, eine Tonne davon waren Fischkadaver, wie ein Polizeisprecher in Eisleben (Landkreis Mansfeld-Südharz) sagte.




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