19. März 2008 17:15

24,4 Mrd. vernichtet 

Milliarden - Grab Börse

Weltweit lösten sich im Zuge der Finanzkrise 5.500 Milliarden Euro in Luft auf. Viele Unternehmer verloren auch persönlich zig Millionen.

Milliarden - Grab Börse
© Reuters

Nach der erneuten US-Zinssenkung und den weniger schlimm als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen einiger großer US-Investmentbanken haben sich die Börsen leicht beruhigt. Gestern lagen die Aktienmärkte bis zum frühen Nachmittag leicht im Plus. Die Krise ist aber laut Experten noch lange nicht ausgestanden. ÖSTERREICH zieht eine Zwischenbilanz der Horrorverluste:

5.500 Milliarden vernichtet
Weltweit lösten sich im Zuge der Finanzkrise im letzten halben Jahr an den Börsen 5.500 Milliarden Euro in Luft auf. Das ist mehr als das Zwanzigfache des gesamten österreichischen Bruttoinlandsprodukts.

Banken: 1.000 Mrd. minus
Allein die Banken verloren rund um den Globus 1.000 Milliarden an Börsenwert.

1 Mrd. bei Austro-Banken
Der Wertberichtungsbedarf der heimischen Geldinstitute aus der US-Kredit-Krise summiert sich auf rund eine Milliarde Euro. Allein bei der Bawag sind es 378 Mio., bei der BA-CA 216 Mio., bei der Erste Bank 111 Mio.

Wien: minus 24,4 Milliarden
An der Wiener Börse verloren die Anleger allein im heurigen Jahr 24,4 Milliarden Euro. Der Leitindex ATX büßte seit Jahresbeginn rund 20 Prozent ein. Den höchsten Kursverlust verbuchte der A-Tec-Konzern von Mirko Kovats mit 40,18 Prozent. Auch bwin und Zumtobel sackten über 30 Prozent ab. Die Erste Bank verlor seit Anfang Jänner knapp 3,5 Mrd. Euro an Börsewert, Raiffeisen International 3,6 Milliarden.

Vermögensverlust
Die Krise wütete auch im persönlichen Vermögen der Unternehmer. So ist der 55,2-Prozent-Anteil, den Mirko Kovats über seine Stiftung an der A-Tec hält, jetzt 88 Millionen Euro weniger wert als zu Jahresbeginn. Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner, der mit seiner Familie 25,09 Prozent an dem Baukonzern hält, wurde damit heuer um 267 Millionen ärmer. Und Hannes Androsch verlor aus seinen Beteiligungen bei AT&S (21,5 Prozent) und bwin (rund acht Prozent) 40,8 Mio. Euro.

Top - ATX - Verlierer seit Jänner

Kursverlust

Verlust Börsenwert

A-Tec

40,18%

221 Mio. Euro

bwin

34,24%

279 Mio. Euro

Zumtobel

30,48%

327 Mio. Euro

Telekom Austria

26,75%

2.577 Mio. Euro

OMV

25,21%

4.533 Mio. Euro

Erste Bank

24,33%

3.423 Mio. Euro

Raiffeisen Int.

23,76%

3.609 Mio. Euro

Andritz

21,57%

394 Mio. Euro

Wienerberger

18,85%

526 Mio. Euro

Strabag

18,35%

1.073 Mio. Euro




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