15. November 2007 16:14

Sparkurs 

Mitarbeiterabbau bei der Telekom

UPC erreicht eine einstweilige Verfügung gegen die Telekom. Die Mitbewerber sind über das Telekom-Gesamtpaket mit Mobilfunk erzürnt.

Mitarbeiterabbau bei der Telekom
© APA/BARBARA GINDL

Die börsenotierte Telekom Austria will im kommenden Jahr 30 bis 40 Mio. Euro einsparen, 2009 sollen es dann 100 Mio. Euro sein. "Das entspricht einer Kostensenkung um etwa 10 Prozent", so Telekom-Vizechef Rudolf Fischer im Gespräch mit dem "Kurier" (Freitag-Ausgabe).

400 Mitarbeiter müssen gehen
Dazu will der Ex-Monopolist in zwei bis drei Jahren zu 400 Mitarbeiter weniger haben. "Da wir so gut wie keine Fluktuation im Unternehmen haben, wird verhandelt, aber behutsam. Bei sogenannten 'golden handshakes' gehen oft die Falschen: Jene, die man nicht verlieren möchte", so Fischer.

UPC-Klage: Einstweilige Verfügung
Der Wiener Telekomanbieter UPC hat eine einstweilige Verfügung gegen die Telekom Austria (TA) erwirkt. Der Ex-Monopolist habe mit seinem Tarif aonSpeed Easy "irreführende Werbung" betrieben und die wahren Kosten verschwiegen, argumentierte UPC, klagte und bekam Recht. Nun hat das Handelsgericht Wien eine einstweilige Verfügung gegen die Telekom erlassen, teilte UPC am Donnerstag mit.

In der Verfügung werde der Telekom untersagt, "im geschäftlichen Verkehr zu Zwecken des Wettbewerbs ihre Internetzugänge mit den Worten 'Surfst nix, zahlst nix' oder in sinngleicher Weise anzukündigen und/oder zu bewerben, wenn dem Kunden in jedem Fall Kosten verrechnet werden", heißt es.

Bei dem Tarif aonSpeed Easy, der mit dem Slogan vermarktet wird, fallen entgegen der Bewerbung auch bei Nichtnutzung des Netzes mindestens 15,98 Euro Grundentgelt und 10 Euro Mindestumsatz im Monat an.

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Die Telekom Austria bietet erstmals ein Kombipaket aus Festnetz, Breitband-Internet und Mobiltelefonie an. Dies wiederum lässt die Mitbewerber schäumen. Das Angebot liege deutlich unter den Vorleistungskosten der Alternativen Anbieter, so Berthold Thoma, Präsident des Verbandes der Alternativen Telekombetreiber (VAT).

Pesudoaktionen nicht mehr tolerieren
"Die Regulierungsbehörde muss endlich Schluss damit machen, solche Pseudoaktionen zu tolerieren. Wenn die Telekom so weitermacht, ist das das beste Argument, dass sie nicht nur funktional, sondern auch strukturell getrennt werden muss", so Thoma am Donnerstag. Er rechnete vor: "Das aktuelle auf zwei Monate beschränkte Angebot der TA hat eine Grundgebühr von 16,58 Euro netto. Die übliche Festnetz-Grundgebühr beträgt 13,32 Euro netto. Das heißt im Differenzbetrag von 3,26 Euro netto müsste sich die Mobilfunkgebühr plus Breitbandinternet ausgehen - was nicht möglich ist."

Das Paket der Telekom Austria kostet 19,90 Euro. Mobile Anrufe werden mit 5 Cent in alle Netze verrechnet, fürs Festnetz gelten die TikTak-Tarife. Erhältlich ist das neue Angebot bis 15. Jänner 2008. Es gilt sowohl für Neu- als auch bestehende Kunden.




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