28. Oktober 2008 21:51

Riesige Wut 

Nächster Anstieg bei Gas-Preis am 15. November

Schon jetzt sind sie viel höher als vor wenigen Monaten. Rechtzeitig vor dem Winter wird sogar noch weiter erhöht.

Nächster Anstieg bei Gas-Preis am 15. November
© buenos dias

Mitten in die Finanzkrise platzen jetzt die heimischen Energieversorger mit neuen Hiobsbotschaften für die Bevölkerung: Ab 1. November werden die Preise für Gas österreichweit empfindlich erhöht. Am schlimmsten trifft es die Niederösterreicher.

Die EVN jagt die Kosten für ihr Gas ab 1. November gleich um fast 30 Prozent in die Höhe (27,8 Prozent).

Ärger bei Kunden
Aber auch in der Steiermark (plus 25,7 Prozent), in Oberösterreich (plus 23,9) und Wien (plus 21,6) ziehen die Preise kräftig an. Besonders ärgerlich für die Kunden: Die Steigerungen kommen, obwohl die Preise seit Februar schon kräftig angezogen haben.

Beispiel Salzburg: Bei den derzeitigen Preisen für Gas zahlt eine Familie in der Mozartstadt pro Jahr (bei einem angenommenen Verbrauch von 16.500 kW/h) exakt 1.108,17 Euro – Rekord. Im Februar waren es nur 989,59 Euro. Das sind 118,58 Euro Differenz – auch das ist der höchste Wert in ganz Österreich.

Negativ-Rekord in Klagenfurt
Auf dem zweiten Platz der Preisrekord-Liste liegt Innsbruck. Hier zahlt eine Familie pro Jahr 1.101,96 Euro. Auch im Süden des Landes stöhnen die Menschen über immer höhere Heizkosten: In Klagenfurt zahlt eine Familie derzeit 1.062,12 Euro im Jahr nur für Gas – der dritthöchste Wert im Land.

Bregenz billig
Halbwegs glücklich können sich nur die Bregenzer schätzen. Sie steigen mit derzeit 931,25 Euro pro Jahr noch am günstigsten aus.

„Geben nur weiter“
Die Energieversorger verteidigen ihre Erhöhungen. Die EVN meint etwa, man gebe nur die gestiegenen Einstandspreise weiter. Gewinne gebe es bei Gas nicht. Im Gegenteil: Beim Energievertrieb schaue heuer bestenfalls eine schwarze Null heraus. Und insgesamt klagt das Unternehmen aufgrund der Kombination Finanzkrise-Teuerung sogar über 350.000 Euro Verlust pro Tag.

Die Kunden der EVN sind dennoch verärgert, seit ihnen Anfang Oktober brieflich die Teuerung angekündigt wurde. ÖSTERREICH-Leser Tamas Molnar will sich nicht damit abfinden, dass trotz sinkender internationaler Ölpreise die Energiekosten weiter steigen. Er spricht vielen Kunden aus der Seele: „Wenn die Energiepreise trotz günstiger Preise am Markt schon nicht sinken, dann sollten sie wenigstens gleich bleiben.“

„Wird sinken“
Warum also steigen die Gaspreise ausgerechnet jetzt vor dem Winter, obwohl die Ölpreise in den Keller rasseln? Elke Holagschwandtner vom Energieanbieter Begas meint dazu: „Da der Erdgaspreis an den Ölpreis gekoppelt ist, dauert die Anpassung eben rund sechs Monate.“ Und sie verspricht: „In den kommenden Monaten wird es trotz der derzeitigen Erhöhungen sicher auch wieder Preissenkungen geben.“

Heizöl wird billiger
Jene Österreicher, die mit Heizöl heizen, profitieren schon jetzt von günstigeren Preisen, auch wenn das Heizen mit Öl immer noch fast doppelt so teuer ist, wie mit Gas. Josef Weichselberger, Geschäftsführer des Heizölanbieters fastenergy sagt: „Mit einem solchen Preisverfall haben wir nicht gerechnet. Die Händler kommen derzeit mit dem Liefern fast nicht nach.“

300.000 frieren
Hunderttausende Österreicher hoffen jetzt, dass der Gaspreis bald ebenso sinkt: Denn laut Armutskonferenz können sich 313.000 Menschen (immerhin vier Prozent der Wohnbevölkerung) nicht mehr leisten, ihre Wohnung warm zu halten. „Ein großes Problem ist, dass weniger einkommensstarke Familien viel stärker leiden. Ihre veralteten Gasthermen brauchen viel mehr Energie“, erklärt Martin Schenk von der Armutskonferenz. Schenk weiter: „Wenn nichts passiert, wird diese Zahl nächstes Jahr auf eine halbe Million anwachsen.“

So wird erhöht
Ab 1. November erhöhen Anbieter im ganzen Land ihre Gaspreise

Anbieter

Erhöhung

Ab

EVN

27,8%

1. November

Steirische Gas

25,7%

15. November

Erdgas OÖ

23,9%

1. November

Wien Energie

21,6%

15. November

EW Wels

21,5%r

1. November

Linz AG

21,1%

1. November

Energie Graz

17,0%

15. November

Stw. Leoben

16,5%

15. November

Begas

5–6%

1. November




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