01. April 2009 08:56

Abgang der Granden 

Nemsic und Wais sind Geschichte

Heute vollzieht sich der Wechsel in den Chefetagen der Telekom Austria und der Post. Die neuen starken Männer sind Hannes Ametsreiter und Rudolf Jettmar.

Nemsic und Wais sind Geschichte
© APA/AP PHOTP

Am heutigen 1. April werden bei zwei der wichtigsten heimischen börsenotierten Unternehmen die Chefposten neu besetzt. Telekom Austria-Chef Boris Nemsic übergibt an Festnetz-Boss Hannes Ametsreiter und Post-Chef Anton Wais räumt seinen Sessel für Finanzchef Rudolf Jettmar. Letzterer soll die Post nur interimistisch leiten, die endgültige Besetzung soll so rasch wie möglich erfolgen.

Prägten Unternehmen
Beide Topmanager haben ihre Unternehmen über lange Jahre geprägt und die Expansion in Europa vorangetrieben. Wais führte die Post AG zusätzlich noch an die Börse. Angesichts des Gemetzels an den internationalen Börsen haben sich die beiden teilstaatlichen Firmen recht gut behauptet. Nemsic brachte die gute Performance einen neuen Top-Posten ein, er wird Chef des russischen Telekomunternehmens VimpelCom. Wais, gesundheitlich angeschlagen, zieht sich in den Ruhestand zurück.

Trennendes & Gemeinsamkeiten
Der sportliche, hemdsärmelige Nemsic und der kunstsinnige Wais arbeiteten beide nicht nur bei einem teilstaatlichen Ex-Monopolisten, sie mussten sich auch mit dem gleichen Problem herum schlagen: Unkündbare, beamtete Mitarbeiter, die nur mit teuren Abfertigungsprogrammen abgebaut werden können. Wais musste sich zusätzlich noch mit dem hochemotionalen Thema Postämterschließungen befassen.

Nachfolger stehen bereit
Mit Ametsreiter und Jettmar treten zwei Profis in die großen Fußstapfen ihrer Vorgänger. Ametsreiter gilt als Marketingexperte und "Mr. A1", während Jettmar mehr der Mann der Finanzzahlen ist. Ametsreiter muss das unter dem Handyboom leidende Festnetz auf Vordermann bringen und schauen, dass das starke Südosteuropa-Engagement der Mobilkom Austria nicht durch die Finanzkrise zum Bumerang wird. Jettmar, bzw. sein Nachfolger muss die Post auf die vollständige Marktliberalisierung 2011 vorbereiten. Und beide müssen sich mit überzähligen beamteten Mitarbeitern beschätigen.




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