17. Jänner 2007 14:55

WWF 

Nestle und Tchibo verkauften illegalen Kaffee

Tchibo, Nestle und Starbucks haben Umweltschützern zufolge illegal angebauten Kaffee aus einem Naturschutzgebiet verkauft.

Nestle und Tchibo verkauften illegalen Kaffee
© DPA

Tchibo, Nestle und Starbucks sollen laut der Umweltschutzorgansisation World Wide Fund for Nature (WWF) illegal angebauten Kaffee aus einem indonesischen Naturschutzgebiet verkauft haben. Die Bohnen stammten aus einem Nationalpark, in dem seltene Tiger, Flusspferde und Elefanten zu Hause sind.

Lieferanten künftig besser kontrollieren.
Auch der Kraft-Konzern, zu dem die Marken Jacobs und Kaffee Hag gehören, habe den Kaffee bezogen. Die Bohnen aus dem Naturschutzgebiet wurden laut WWF von örtlichen Händlern mit der legalen Ernte vermischt und dann verkauft. Tchibo wies die Vorwürfe zurück. Andere Unternehmen signalisierten, sie wollten ihre Lieferanten künftig besser kontrollieren.

Bedrohte Tiger und Elefanten
Der Nationalpark Bukit Barisan Selatan liegt am südlichsten Zipfel der westindonesischen Insel Sumatra. In dem Schutzgebiet lebten noch rund vierzig Sumatra-Tiger, von denen es in freier Wildbahn weniger als 400 gebe, erklärte der WWF in Jakarta.

Auch 500 bedrohte Elefanten und eine besonders gefährdete Flusspferd-Art seien dort zu Hause. Trotz seltener Flora und Fauna und des Status' als Weltkulturerbe sei eine Fläche von 17 Prozent gerodet worden, um dort illegal Kaffee anzubauen.

In den Jahren 2003 und 2004 seien Lieferungen an zahlreiche westliche Kaffee-Unternehmen gegangen, etwa an Kraft Foods und Nestle sowie an Tchibo oder den italienischen Lavazza-Konzern. Den Unternehmen sei wohl meist nicht bewusst gewesen, woher der Kaffee stamme. Weder Export- noch Importfirmen hätten ausreichende Kontrollen.

Der weltweit größte Lebensmittelkonzern Nestle teilte mit, er werde seinen Lieferanten künftig besser kontrollieren und zudem die Bauern anweisen, "höherwertigen Kaffee herzustellen". Die Nummer zwei Kraft Foods sowie Lavazza teilten mit, sie hätten eben erst begonnen, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Ein Tchibo-Sprecher teilte mit, das Unternehmen habe seit über zehn Jahren keinen Kaffee mehr aus Indonesien bezogen. Grundsätzlich kontrolliere die Firma ihre Lieferanten aber genau, um keinen illegalen Kaffee einzukaufen.

Die Kaffee-Marken der Konzerne
Zu Nestle gehören unter anderem die Kaffee-Marken Nescafe, Nespresso und Caro. Zu Kraft Foods gehören die Marken Jacobs und Kaffee Hag sowie Onko und Tassimo. Indonesien ist weltweit der viertgrößte Kaffee-Exporteur und der zweitgrößte Hersteller von so genanntem Robusta, der vor allem für Instant-Kaffee verwendet wird.




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