25. April 2008 07:39

Urabstimmung beendet 

Neue Verhandlungen bei Deutscher Post

Die Tarifparteien sind überraschenderweise sehr zuversichtlich, was eine Einigung abgelangt. Der Streik könnte noch abgewendet werden.

Neue Verhandlungen bei Deutscher Post
© APA

Die Deutsche Post und die Gewerkschaft ver.di wollen heute in letzter Minute eine Eskalation des seit Wochen schwelenden Tarifkonflikts abwenden. Nach zum Teil massiven Warnstreiks beendete die Gewerkschaft um Mitternacht eine Urabstimmung unter den rund 100.000 bei ver.di organisierten Tarifbeschäftigten über einen Streik. Das Ergebnis soll am Nachmittag mitgeteilt werden.

Überraschend zuversichtlich
Die Tarifparteien zeigten sich am Dienstag überraschend zuversichtlich, den von ver.di für den 2. Mai angekündigten unbefristeten Streik doch noch mit einer friedlichen Lösung abwenden zu können. Über mögliche Kompromisslinien hüllten sich beide Seiten jedoch in Schweigen.

Mit der klaren Stimmung der Beschäftigten im Rücken und der Drohung mit dem größten Streik bei der Post seit 1994 nimmt ver.di die Verhandlungen wieder auf. "Eine Lösung auf Basis der 38,5-Stunden-Woche scheint denkbar", sagte die stellvertretende ver.di- Vorsitzende Andrea Kocsis.

Kündigungsschutz muss verlängert werden
ver.di bekräftigte die Forderung, für die 130.000 Tarifkräfte müsse der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis 30. Juni 2011 verlängert werden. Außerdem müsse es zehn "Arbeitszeitverkürzungstage" geben, um die "arbeitsplatzvernichtende Wirkung" einer Wochenarbeitszeiterhöhung von 38,5 auf 41 Stunden bei den 55.000 Beamten zu kompensieren. Für die Beamten verhandelt ver.di nicht. Außerdem fordert ver.di sieben Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Die Post entsprach mit ihrem früheren Angebot bisher der ver.di-Forderung beim weiteren Kündigungsschutz. Daneben bot sie die Steigerung der Löhne in den kommenden zwei Jahren um rund 5,5 Prozent an. Im Gegenzug sollten die Arbeitszeiten auch bei den Tarifbeschäftigten verlängert werden - um 0,5 Stunden in der Woche sowie darüber hinaus auch durch Kürzung von bisherigen Pausenzeiten.




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