17. August 2007 08:45

Hypothekenkrise 

Nikkei-Index erleidet größten Verlust seit 9/11

Die internationalen Turbulenzen bescheren den Japanern Verluste. Die Wiener Börse dreht dagegen ins Plus.

Nikkei-Index erleidet größten Verlust seit 9/11
© REUTERS

Der Nikkei-Index in Tokio hat am Freitag im Sog der US-Hypothekenkrise den höchsten Tagesverlust seit den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA hinnehmen müssen. Der Nikkei verlor 5,42 Prozent auf 15.273 Punkte. Das war der niedrigste Schlussstand seit 7. August 2006. Auch der breiter gefasste Topix-Index gab bis Handelsende deutlich nach.

Ausländische Anleger als Ursache
Anleger würden ihr Geld vom unsicheren Aktienmarkt abziehen und in festverzinsliche Anleihen anlegen, hieß es von Händlern. Sie befürchten, dass ausländische Investoren ihre Aktienbestände in Tokio auflösen müssten, um Verluste aus der Kreditkrise in den USA zu decken. Zudem belaste ein anziehender Yen-Kurs die auf den Export ausgerichtete Industrie in Japan.

Auch die Bereitstellung zusätzlicher Milliarden der Zentralbank zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen der Geschäftsbanken konnte den zum Handelsschluss beschleunigten Ausverkauf nicht bremsen.

Euro steigt
Der Kurs des Euro ist am Freitag leicht gestiegen und hat damit weiterhin über 1,34 US-Dollar notiert. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete im frühen Handel 1,3420 US-Dollar, nachdem sie am Vorabend noch 1,3410 Dollar kostete. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten haben zwar zu einer Rückführung von Risikopositionen geführt und vor allem US-Staatsanleihen Kursgewinne beschert, das hat auch den Dollar beflügelt. Trotzdem spräche die fundamentale Situation weiterhin für den Euro und gegen den Dollar, so Experten.

Wiener Börse dreht ins Plus
Die Wiener Börse zeigte sich am Freitag im frühen Handel bei hohem Anfangsvolumen mit etwas festerer Tendenz. Nach Ablauf der meisten Eröffnungsauktionen wurde der ATX um 9:45 Uhr mit 4.339,09 Punkten nach 4.297,28 Einheiten am Donnerstag errechnet, das ist ein Plus von 41,81 Punkten bzw. 0,97 Prozent. Damit konnte sich der ATX leicht von den Kurseinbrüchen vom Vortag erholen. Die positiven Impulse einer Erholung an der Wall Street am Donnerstagabend hatten offenbar die negativen Vorgaben eines Kurseinbruchs in Tokio überwogen. Gesucht waren im Frühhandel vor allem Indexschwergewichte wie voestalpine, Telekom Austria oder Raiffeisen International.




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