09. Februar 2009 09:26

Autobauer mit Minus 

Nissan baut 20.000 Arbeitsplätze ab

Die Absatzkrise hat ein weiteres "Opfer": Der japanische Autobauer fährt Milliardenverluste ein und muss Jobs streichen.

Nissan baut 20.000 Arbeitsplätze ab
© EPA/ANDY RAIN

Der japanische Renault-Partner Nissan Motor rechnet wegen der globalen Absatzkrise mit Milliardenverlusten und baut weltweit 20.000 Stellen ab. Zum Ende des laufenden Geschäftsjahres dürfte ein Nettoverlust von 265 Mrd. Yen (2,27 Mrd. Euro) anfallen. Auch beim Betriebsergebnis steuert Nissan auf einen Verlust von 180 Mrd. Yen zu bei einem Umsatz von 8,3 Bill. Yen. Durch den Stellenabbau sinkt die Mitarbeiterzahl auf 215.000.

Schlimmer als erwartet
Im Oktober hatte Nissan noch einen Betriebsgewinn von 270 Mrd. Yen in Aussicht gestellt. "Bei jedem Planungsszenario, das wir erstellt haben, wurden unsere schlimmsten Befürchtungen über den Zustand der Weltwirtschaft bestätigt oder übertroffen", klagte nun Nissan-Präsident Carlos Ghosn. "Die weltweite Autoindustrie ist im Aufruhr, Nissan ist keine Ausnahme."

Grund ist Kreditklemme
Die andauernde Kreditkrise und das sinkende Verbrauchervertrauen sind laut Ghosn dabei die schlimmsten Faktoren. Hinzu kommt der starke Yen. Als Folge rechnet Nissan mit dem ersten operativen Verlust seit 14 Jahren und dem ersten, seit Renault 1999 bei Nissan einstieg und Ghosn als Sanierer nach Tokio schickte.

Der riskante Einstieg beim damals stark verschuldeten japanischen Autokonzern hatte Renault in nur fünf Jahren auf den Weg in die Weltspitze katapultiert. Die Kombination japanischer Technik mit französischem Management war für beide Seiten ungemein gewinnbringend. Doch nun macht die globale Krise auch Ghosn, der später die Führung beider Konzerne übernahm, genauso schwer zu schaffen wie den Konkurrenten, vorneweg der japanische Branchenprimus Toyota. Nach jahrelangem Aufwärtstrend strich der größte Autobauer der Welt am Freitag zum bereits dritten Mal in kurzer Zeit seine Prognose für dieses Jahr zusammen und rechnet nun auch erstmals mit roten Zahlen.

Harte Fakten
Bezogen auf das dritte Quartal von Oktober bis Dezember fuhr Nissan einen Nettoverlust von 83,2 Mrd. Yen ein, verglichen mit einem Nettogewinn von 132,2 Mrd. Yen im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Umsatz sank um 34,4 Prozent auf 1,82 Billionen Yen. Nissan setzte in dem Quartal weltweit 731.000 Autos ab, ein Minus von 18,6 Prozent.




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