22. November 2009 09:57

Kreditkarten-Affäre 

Noch immer kein Datenleck gefunden

Verbraucherverbände fordern jetzt die "sicherste Kreditkarte der Welt".

Noch immer kein Datenleck gefunden
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Nach dem massenhaften Austausch von Kreditkarten in Deutschland hat das Kartenunternehmen Visa weiter keine Hinweise auf ein Datenleck. Visa-Deutschland-Chef Ottmar Bloching sagte, man habe noch immer nicht feststellen können, dass tatsächlich Systeme geknackt worden seien. Solange kein Datenleck ausgemacht ist, will Visa keine Angaben darüber machen, ob das Unternehmen sich an dem Austausch der Karten beteiligt. Banken hatten von den Kartenunternehmen zuvor gefordert, sich an den Kosten für den Austausch der Karten zu beteiligen. Verbraucherverbände fordern als Konsequenz aus der Affäre die "sicherste Kreditkarte der Welt".

Teurer Umtausch
Aus Sicherheitsgründen hatten die deutschen Banken und Sparkassen in den vergangenen Wochen Hunderttausende von Karten ihrer Kunden ausgetauscht. "Der Kartenumtausch kostet allein die Sparkassen mehr als eine Million Euro", sagte der geschäftsführende Vorstand des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Bernd Fieseler, der "Welt am Sonntag" (WamS). Auch er forderte die Kreditkartenfirmen auf, sich daran zu beteiligen.

Der Vorstand des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, forderte von den Banken die Einführung von Karten, die statt eines Magnetstreifens über einen Chip verfügen. Andere europäische Länder hätten dies längst eingeführt und die Automaten entsprechend ausgetauscht. Eine Karte mit Chip sei die "sicherste Kreditkarte der Welt", sagte er der "Bild"-Zeitung (Samstag). "Betrüger haben dort ein weniger leichtes Spiel." Es sei unklar, warum es den Sicherheitschip noch nicht überall in Deutschland gebe.

Allein die Sparkassen kostet der Rückruf in Deutschland mehr als eine Million Euro, wie der Geschäftsführende Vorstand des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Bernd Fieseler, der "Welt am Sonntag" sagte. Er verlangte eine Beteiligung der Kreditkartenunternehmen und kritisierte außerdem deren schlechte Informationspolitik. Es hätten klare Angaben gefehlt über das wirkliche Missbrauchspotenzial und welche Daten in Spanien überhaupt abgegriffen worden seien. Die Sparkassen hatten in den vergangenen Wochen knapp 200.000 Kreditkarten ausgetauscht.

Zurückhaltung in Österreich
In Österreich hatten die beiden großen heimischen Karten-Anbieter Card Complete und Paylife am Freitag erklärt, sie würden nach wie vor keinen Grund für einen großräumigen Rückruf von Kreditkarten sehen. Paylife hat beschlossen 1.800 Karten - etwa zwei Promille des gesamten Kreditkartenbestandes - präventiv auszutauschen. Bei Card Complete sieht man weiter keinen Bedarf für einen pauschalen Austausch. Die Erste Bank, die als einziges Institut Visa-Karten direkt anbietet, hat schon vor Tagen etwa 1 Prozent der Karten - eine niedrige vierstellige Zahl - ausgetauscht.




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