11. März 2008 10:19

Deutschland 

Nokia muss Millionen-Subventionen zurückzahlen

Nokia schließt sein Werk in Bochum - trotz eines Milliardengewinns. Jetzt fordert das Land NRW die Millionen-Subventionen zurück.

Nokia muss Millionen-Subventionen zurückzahlen
© AP

Nun ist es offiziell: Die nordrhein-westfälische Landesregierung fordert vom finnischen Handyhersteller Nokia Subventionen plus Zinsen in Höhe von fast 60 Mio. Euro zurück. Das teilte das Düsseldorfer Wirtschaftsministerium am Dienstag mit. Nokia habe in seinem Bochumer Werk weniger Dauerarbeitsplätze geschaffen als vereinbart. Zudem habe das Unternehmen gegen vertraglich festgelegte Mitteilungspflichten verstoßen.

Nokia weist Vorwürfe zurück
Der Telekommunikations-Konzern hingegen weist alle Vorwürfe von sich. "Wir bleiben dabei, dass wir alle Auflagen sowohl was die Mitarbeiterzahl, als auch was die zugesagten Investitionen angeht, erfüllt haben", verlautbarte Unternehmenssprecherin Kristina Bohlmann. Der Konzern habe außerdem regelmäßig der öffentlichen Hand Rechenschaft darüber abgelegt, wie sich die Mitarbeiterzahl zusammensetze. Dabei sei nie beanstandet worden, dass sich die geforderte Stellenzahl aus Festmitarbeitern und Mitarbeitern von Drittfirmen zusammengesetzt habe. "Wir gehen weiter davon aus, dass wir uns da korrekt verhalten haben", meinte Bohlmann.

Verlagerung nach Rumänien
Die Finnen haben im Jänner angekündigt, die Fertigung aus Bochum ins rumänische Cluj zu verlagern, und damit bei Beschäftigten und in der Politik heftigen Protest ausgelöst. Nokias Pläne kamen überraschend, denn das Unternehmen steht besser da als alle Konkurrenten. Der Konzern ist mit einem Marktanteil von 40 Prozent der weltweit größte Handyhersteller und einer der profitabelsten - mit einem Jahresgewinn von zuletzt 7,2 Mrd. Euro.




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