02. Oktober 2008 12:32

Alarmstufe Rot 

Nur mehr 0,7% Wirtschaftswachstum

Wifo/IHS senken ihre Prognosen für 2009 deutlich. Die Experten erwarten außerdem mehr Arbeitslose, aber eine geringere Inflation.

Nur mehr 0,7% Wirtschaftswachstum

Während die EU und die USA verzweifelt versuchen, eine Kernschmelze der Weltwirtschaft in letzter Sekunde zu verhindern, verdüstern sich die Aussichten für Österreich zusehends.

So haben die Experten der beiden führenden Wirtschaftsforschungsinstitute Wifo und IHS ihre Konjunkturprognose für Österreich erneut dramatisch nach unten revidiert. Das Wifo geht nun von einem Plus von nur mehr 0,9 Prozent aus (statt 1,4 Prozent). Das IHS nahm seine Prognose gleich um 0,7 Prozentpunkte von 1,9 auf 1,2 Prozent zurück. Auch 2008 wird weniger gut laufen als noch im Juni erwartet: 2,0 Prozent Wirtschaftswachstum statt 2,3 Prozent (laut Wifo).

„Alarmstufe Rot“
Der Absturz bei den Prognosen lässt bei den Experten alle Alarmglocken läuten. So hatte Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (ÖVP) beim Konjunkturgipfel vor einer Woche gemeint: „Wenn die Wachstumsprognose fürs nächste Jahr unter ein Prozent sinkt, dann ist Alarmstufe Rot gegeben.“ Dann sei laut Bartenstein ein Konjunkturpaket zur Ankurbelung der Wirtschaft notwendig. Der Staat müsste viel Geld in die Hand nehmen, um Investitionen der Unternehmen und damit Arbeitsplätze zu sichern. Ein höheres Budgetdefizit wäre die Folge.

Gibt es kein Konjunkturpaket, dürften die Arbeitslosenzahlen in die Höhe schnellen. Konkret bedeutet das: Laut Wifo und IHS wird die Arbeitslosenquote erstmals seit 2005 wieder steigen, und zwar um 0,3 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent (Wifo) beziehungsweise 4,4 Prozent (IHS).

Stagnation
Mit dem Konjunktureinbruch werden im nächsten Jahr aber auch die Exporte nachlassen. Das Wifo erwartet für 2009 ein Stagnieren der Exporte.

Eine positive Nebenwirkung der Konjunkturdämpfung gibt es aber dennoch. Die Teuerung dürfte in Österreich endlich zurückgehen. Laut neuesten Berechnungen wird die Inflation 2009 nur noch 2,2 bis 2,3 Prozent betragen, nach 3,4 Prozent heuer. Das wäre ungefähr jene Inflations-Stabilität, die die Europäische Zentralbank anstrebt.

Allerdings explodieren die Energiepreise derzeit noch – bis zu 21 Prozent soll etwa der Preis für Gas in Wien, OÖ und NÖ angehoben werden, wie gestern bekannt wurde. „Vorsichtige Entwarnung bei der Inflation, ernste Sturmwarnung bei der Konjunktur“ fasst Wifo-Chef Karl Aiginger zusammen.

Immer wichtiger werden deshalb die Ratschläge von Experten, wie man sich und seine Ersparnisse am besten absichert.




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