05. August 2009 09:32

Halbjahresbilanz 

OMV: Massiver Gewinneinbruch

Die Erlöse des Mineralölkonzerns sind im ersten Halbjahr um satte 35 Prozent zurückgegangen.

OMV: Massiver Gewinneinbruch

Der österreichische Mineralölkonzern OMV musste im 1. Halbjahr 2009 einen deutlichen Umsatz- und Gewinneinbruch hinnehmen - die Ergebniszahlen fielen schlechter aus als Analysten erwartet hatten. Die Erlöse gingen um 35 Prozent auf 8,404 Mrd. Euro zurück. Der Periodenüberschuss nach Minderheiten schmolz um 84 Prozent auf 185 Mio. Euro zusammen. Das teilte die OMV heute, Mittwoch, ad hoc mit. Das Ebit ging um 71 Prozent von 1,746 Mrd. Euro auf 503 Mrd. Euro zurück. Das Ergebnis je Aktie verringerte sich von 3,78 Euro auf 0,62 Euro (-84 Prozent).

Im 2. Quartal 2009 ging der Umsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode um 41 Prozent auf 4,113 Mrd. Euro zurück. Das Betriebsergebnis (Ebit) verringerte sich um 75 Prozent auf 237 Mio. Euro und der Periodenüberschuss nach Minderheiten brach um 79 Prozent auf 144 Mio. Euro ein.

Die Nettoverschuldung des Konzerns lag per Ende Juni bei 2,717 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich der Verschuldungsgrad damit von 24 auf 28 Prozent.

OMV will Anteil an Petrol Ofisi vergrößern
Unterdessen gab der Konzern bekannt, seinen Anteil am türkischen Tankstellenbetreiber Petrol Ofisi doch aufstocken zu wollen. Es laufen Verhandlungen mit dem bisherigen türkischen Mehrheitseigner, der Dogan Holding, über den Erwerb von dessen 54,17 Prozent Anteilen.

Die OMV war 2006 mit 34 Prozent bei dem Tankstellenbetreiber eingestiegen und hat mittlerweile auf 41,58 Prozent aufgestockt. Die Präsenz in der Türkei zu stärken wäre im Einklang mit der bisherigen Strategie, die Position in Märkten in Zentral- und Südosteuropa zu optimieren, so die OMV.

70 Tankstellen in Italien werden verkauft
Im Geschäftsbereich R&M (Refining & Marketing) will sich die OMV künftig auf ihre Kernmärkte Mitteleuropa, Südosteuropa und Türkei konzentrieren. Deshalb werden alle 70 noch verbliebenen Tankstellen in Italien bis Jahresende verkauft. Auch 60 Tankstellen in Deutschland und weitere 70 in Österreich sollen abgegeben werden. Der Marktanteil der OMV in Österreich wird dann 16 Prozent betragen, der OMV werden 2.300 Tankstellen bleiben.

Bei der Rumänien-Tochter wurde der Personalabbau im ersten Halbjahr zügig fortgesetzt: Der Mitarbeiterstand sank im Jahresabstand von 36.319 auf 31.477. Insgesamt beschäftigt die OMV jetzt 37.205 Leute. Mit der aktuellen Krise habe das aber nichts zu tun, so Ruttenstorfer. "Das hätten wir in jedem Fall getan. Die Modernisierung der Petrom ist noch nicht abgeschlossen, das ist ein langwieriger Prozess." Über die Modernisierung von zwei Petrom-Raffinerien in Rumänien - geschätzte Kosten: 1,5 Mrd. Euro - soll laut Roiss bis Jahresende entschieden werden.

Beim geplanten LNG-Terminal in Kroatien geht die Machbarkeitsstudie inzwischen weiter. "Hier haben wir noch nicht entschieden, was letzten Endes passieren wird", so Ruttenstorfer. Die Entscheidung werde aber im kommenden Jahr fallen.




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