21. August 2009 10:56

Mitsche im Interview 

ORF-Radiochef aus Koma erwacht

Hörfunkdirektor Willy Mitsche konnte das Krankenhaus verlassen.

ORF-Radiochef aus Koma erwacht
© TZ ÖSTERREICh / HOCHMUTH

ORF-Hörfunkdirektor Willy Mitsche hat die Auswirkungen seiner schweren Erkrankung Anfang Juni gut überstanden und "befindet sich auf dem Weg eines ausgesprochen positiven Genesungsprozesses". Das gab der ORF heute per Aussendung bekannt.

Rückkehr?
Seinen Spitalsaufenthalt hat Mitsche mittlerweile beendet und wird sich in den nächsten Wochen einem Rehabilitationsprozess unterziehen, um seinen Gesundheitszustand zu stabilisieren. Vom Erfolg dieser Stabilisation werde auch der Zeitpunkt seiner Rückkehr in seine ORF-Direktoriumsfunktion abhängig sein.

W. Mitsche im ÖSTERREICH-Interview.

ÖSTERREICH: Herr Mitsche, wie geht es Ihnen nach Ihrem dramatischen Herzstillstand?
Mitsche: Danke, mir geht es den Umständen entsprechend sehr gut. Ich bin wirklich sehr froh darüber, was den Ärzten da gelungen ist.

ÖSTERREICH: Wie kritisch war Ihre Situation?
Mitsche: Als ich ins Krankenhaus eingeliefert wurde, hat man dort gemeint, dass ich wahrscheinlich nicht überleben werde. Und wenn doch, dann mit großen Folgeschäden, bestenfalls Wachkoma oder im Rollstuhl sitzend. Eine Woche lang war es wirklich kritisch. Gott sei dank ist das alles nicht eingetreten.

ÖSTERREICH: Klingt wirklich dramatisch.
Mitsche: In 80 Prozent der Fälle überleben die Betroffenen das nicht. Prof. Stix, der mich im AKH in Wien untersucht hat, meint, nur einer von 7.000 Menschen überlebt das in der Form wie ich. Dass und wie ich überlebt habe, grenzt an ein Wunder.

ÖSTERREICH: Worauf führen Sie dieses „Wunder“ zurück?
Mitsche: Aus verschiedenen Zufällen hat einfach die Rettungskette perfekt funktioniert. Da geht es um Minuten, nach sechs oder sieben Minuten ohne Reanimation hätte ich keine Chance mehr gehabt.

ÖSTERREICH: Einer der ersten Gedanken galt dem Beruf?
Mitsche: Als ich aufgewacht bin, hab ich nach meinem Handy verlangt und im Büro angerufen.

ÖSTERREICH: Denken Sie schon an die Rückkehr an Ihren Arbeitsplatz?
Mitsche: Ich hoffe, dass ich wieder meine volle Leistungsfähigkeit erlangen werde und dann auch bald wieder an meinen Arbeitsplatz zurückkehren kann.

Mitsche war Mitte Juni schwer erkrankt. Seine Aufgabe wird seither von Generaldirektor Alexander Wrabetz übernommen.




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