20. Oktober 2009 11:44

Pilotprojekt 

ÖBB planen Alkoholverbot in Zügen

Der Reiseverkehr und die Bahn-Gastronomie sind davon nicht betroffen.

ÖBB planen Alkoholverbot in Zügen
© sxc

Die ÖBB planen zu einem etwaigen Alkoholverbot in heimischen Zügen ein Pilotprojekt. Thomas Berger, Sprecher der ÖBB-Holding stellte aber klar, dass etwaige neue Bestimmungen nicht den Reiseverkehr und ebenso wenig das Gastronomie-Angebot in den Zügen betreffen wird. Es gehe ausschließlich um den Alkoholkonsum im Regionalverkehr und die damit verbundene Belästigung anderer Passagiere.

Auf einzelnen Strecken testen
Berger: "Die Kunden haben sich bei uns über Verschmutzung, Lärm und Belästigung durch Betrunkene beschwert." Man werde nun in einem bis zwei Bundesländern auf einzelnen Strecken an bestimmten Tagen kontrollieren, abmahnen und in weiterer Folge auch strafen. Wann das Projekt starten soll, ist noch unklar. Die ÖBB müssen noch die Details neuer Bestimmungen ausarbeiten. Verkehrsministerin Doris Bures (S) sah unterdessen keinen Grund für eine gesetzliche Regelung in Sachen Alkoholverbot in den ÖBB-Zügen.

Kritik in Deutschland
Die Diskussion um ein Alkoholverbot nahm bei der deutschen Privatbahn "Metronom", die in Niedersachsen 90.000 Passagiere pro Jahr befördert. Diese will ab 15. November ein Alkoholverbot in ihren Zügen einführen. Kritisch äußerte sich dazu allerdings die deutsche Bahngewerkschaft GDBA: Es sei gut und richtig, dass man darüber nachdenke, wie die Sicherheit in Zügen verbessert werden könne, sagte GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel im Morgenmagazin des ZDF. Allerdings stehe nicht genügend Personal zur Verfügung, um ein Alkoholverbot zu kontrollieren. "Verbote helfen wenig, wenn man sie nicht umsetzen kann", sagte Hommel.

Verkaufsverbot
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hatte zuvor ein teilweises Verkaufsverbot von Alkohol an Bahnhöfen gefordert. "Es muss über ein Verkaufsverbot von Alkohol an Bahnhöfen, wenn zum Beispiel Fußballchaoten zu den Spielen unterwegs sind, nachgedacht werden", sagte Gewerkschaftschef Konrad Freiberg der "Bild"-Zeitung vom Montag. Zudem müsse kontrolliert werden, dass Fahrgäste keinen Alkohol mit in die Bahnen nähmen. Eine Bahn-Sprecherin erklärte in Berlin zu der GdP-Forderung, die Bahn stehe der Diskussion um ein Alkohol-Verbot im öffentlichen Nahverkehr offen gegenüber.




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