05. Oktober 2009 15:23

Heftige Kritik 

ÖBB wollen Güter auf Straße befördern

Die Rail Cargo will wegen der geringen Auslastung von Zügen private Frächter engagieren und auf diesem Wege sparen.

ÖBB wollen Güter auf Straße befördern
© APA

Pläne der Güterverkehrstochter der ÖBB, Rail Cargo Austria, Stückgut künftig auf der Straße und nicht auf der Schiene zu transportieren, stoßen auf Kritik. Die Grüne Verkehrssprecherin Gabriela Moser sieht das "I-Tüpfelchen auf einer sinnlosen Politik". Der Verkehrssprecher der SPÖ, Anton Heinzl versteht zwar, dass die RCA sparen muss, dieser Plan widerspreche aber "klar den Vorgaben". Ähnlich BZÖ-Verkehrssprecher Christoph Hagen, der die Idee für "absurd" hält.

"Schade ums Geld"
Moser kritisierte es sei sinnlos, Milliarden in die Schienen Infrastruktur zu pumpen,"wenn sie zugleich das Gegenteil der stets verkündeten Verlagerung auf die Schiene geschehen lassen". Um die Konkurrenzfähigkeit der Schiene zu steigern sollten endlich die Spielräume für LKW-Mautzuschläge z.B. im Unterinntal genützt werden und endlich die flächendeckende Maut vorangetrieben werden.

RCA will sparen
Ab Jänner 2010 sollen in der Steiermark kleine Pakete nicht mehr mit ÖBB-Zügen sondern mit Lkw privater Frächter transportiert werden, weil diese billiger seien, als Laster der ÖBB. Die Verlagerung soll Einsparungen von 7,9 bis 8,6 Mio. Euro bringen. SPÖ-Verkehrsministerin Doris Bures meint, dass das letzte Wort bei der Güterverlagerung noch nicht gesprochen ist und erinnerte die Rail Cargo Austria daran, dass der Anteil des Schienengüterverkehrs zu erhöhen sei.

Züge nicht ausgelastet
RCA-Chef Macher betonte gegenüber Ö1, dass es sich bei den angedachten Verlagerungen nur um einen sehr kleinen Bereich handle: "Wir reden bei den Strecken, die wir hier analysieren, von weniger als 1 Prozent des Volumens und weniger als 1 Prozent des Waggonaufkommens". Die jetzige Abwicklung führe zu einer Auslastung der Züge von unter 50 Prozent "und das können und wollen wir uns nicht leisten". Einen Rückgang des Anteils des Gütertransports auf der Schiene - derzeit rund 33 Prozent - bedeute das nicht, so Macher. Erst vor kurzem sei es gelungen, 15.000 Lkw-Ladungen der Firma Assamer auf die Bahn umzuleiten.

Die ÖBB haben indes bekanntgegeben, dass die Zusammenlegung der beiden ÖBB-Infrastrukturgesellschaften für Bau und Betrieb in die ÖBB- Infrastrurktur AG ins Firmenbuch eingetragen wurde und damit alle formalrechtlichen Voraussetzungen erfüllt wurden.

Fürstimmen
Unterstützung für die Idee der Rail Cargo Austria kam von ÖVP und FPÖ. ÖVP-Verkehrssprecher Ferdinand Maier sprach von "Fehlinformationen", der Verkehrssprecher der FPÖ Harald Vilimsky bezeichnete die Idee als "diskussionswürdig".




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