24. Dezember 2008 08:39

Ein Prozent 

OeNB-Chef warnt vor der Rezession

Ewald Nowotny prophezeit Österreich ein hartes Wirtschaftsjahr 2009: Der OeNB-Präsident sieht die Rezession bei 1 Prozent. Er kritisiert zudem das Bankenpaket.

OeNB-Chef warnt vor der Rezession

Der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Ewald Nowotny, rechnet für 2009 mittlerweile mit einer Rezession von einem halben bis einem Prozent. Das sagte er am Dienstagabend in der "Zeit im Bild 2". Als Grund für diese neue Prognose nannte er die schlechte Entwicklung der deutschen Wirtschaft.

Zuletzt hatte die OeNB mit einer Schrumpfung des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,3 Prozent im nächsten Jahr gerechnet. "Inzwischen haben wir neue Informationen über den erwarteten Wirtschaftseinbruch in Deutschland bekommen", sagte Nowotny. Dieser sei "deutlich stärker, als wir vorausgesehen haben". Ein BIP-Minus von bis zu einem Prozent sei 2009 daher möglich, "wenn der Wachstumseinbruch in Deutschland so stark ist, wie es derzeit ausschaut."

Die Konjunkturmaßnahmen der österreichischen Bundesregierung, die am Dienstag ihr zweites Konjunkturpaket auf den Weg geschickt hatte, gehen nach Nowotnys Ansicht "in die richtige Richtung". Eine Prognose über den Erfolg möchte er noch nicht anstellen. "Wichtig ist jetzt, dass die Dinge rasch umgesetzt werden, sowohl die Steuerreform als auch die ausgabeseitigen Maßnahmen und die geldpolitischen Maßnahmen. Ob es dann wirklich reicht, kann man ehrlicherweise noch nicht sagen."

Die Inanspruchnahme des Bankenpakets sei durch "eine ganze Reihe von technischen und administrativen Problemen" verzögert worden, so Nowotny. "Aber es ist abzusehen, dass diese Maßnahmen im ersten Quartal des nächsten Jahres in Gang kommen." Er zeigte sich überzeugt, dass alle großen Banken aktiv werden. "Ich glaube, es ist für alle sinnvoll."




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