01. September 2009 10:14

Verbesserte Prognose 

OeNB: Wirtschaft schrumpft weniger stark

"Nur" 3,5 bis 3,8 Prozent Rückgang 2009.

OeNB: Wirtschaft schrumpft weniger stark
© EPA

Die heimische Wirtschaft schrumpft weniger stark als erwartet. Daher hat die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) ihre Konjunkturprognose angehoben. Heuer soll der Wirtschaftsrückgang nun 3,5 bis 3,8 Prozent betragen, sagte OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny am Rande des Forum Alpbach vor Journalisten. Im Juni waren die Währungshüter noch von einem Rückgang um 4,2 Prozent ausgegangen.

Positive Wachstumsrate für 2010 erwartet
Für 2010 geht die OeNB nun von einer positiven Wachstumsrate zwischen null und einem Prozent aus. Das sei die erste Anhebung der Prognose seit zwei Jahren, hob Nowotny dabei hervor.

Die Bandbreite für die Prognose spiegle die große Unsicherheit wider, mit der diese noch behaftet sei. Außerdem dürfe man trotz der Verbesserung nicht übersehen, dass dies immer noch einen "massiven Rückgang" darstelle. Es hätten zwar alle Vorausindikatoren den Tiefstpunkt überschritten, es wäre aber noch verfrüht, von einem Aufschwung zu sprechen, relativierte der Notenbankchef. Denn selbst wenn die Prognose sich bewahrheiten sollte, würde die heimische Wirtschaft Ende 2009 nur das Niveau von Ende 2006 erreichen. Damit wäre das Wachstum von drei Jahren verloren gegangen.

Problembereiche: Arbeitsmarkt und Budgetdefizit
Als spezielle Problembereiche sieht Nowotny den Arbeitsmarkt und das Budgetdefizit. Man müsse mit einer deutlich höheren Arbeitslosigkeit rechnen und laufe Gefahr, dass die konjunkturelle Arbeitslosigkeit in eine strukturelle umschlägt. Auf der anderen Seite sei das massive Defizit zur Krisenbewältigung zwar nötig, aber "nicht kostenlos". Das durch Konjunkturmaßnahmen bedingte Defizit könne nicht reduziert werden, solange der Aufschwung nicht gefestigt sei. Aber "strukturelle Aspekte", etwa die langfristigen Kosten der Altersvorsorge oder die Verwaltungsreform, müssten sofort angegangen werden. "Entwarnung" gibt Nowotny bei der Inflation. Es gebe derzeit Preisstabilität und diese zeichne sich für die kommenden zehn Jahre ab.

Die neue Prognose der Europäischen Zentralbank (EZB) für die Eurozone steht für diesen Donnerstag an.




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