21. Jänner 2008 14:02

Rezessionsangst 

Öl-Preis gerät unter Druck

Die Weltbörsen sind eingebrochen - auch der Ölpreis ist unter Druck geraten. Ein Barrrel kostete weniger als 90 Dollar.

Öl-Preis gerät unter Druck
© dpa

Die schwachen Weltbörsen haben am Montag auch den Ölpreis unter Druck gesetzt und sowohl US-Öl als auch Brent deutlich unter 90 Dollar fallen lassen: Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im März kostete am Mittag 88,30 US-Dollar (60,2 Euro). Das waren 1,62 Dollar weniger als zu Handelsschluss am Freitag. Vor drei Wochen lag der Preis noch bei 100 Dollar. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verbilligte sich um 1,37 Dollar auf 87,86 Dollar (59,87 Euro).

Sorge um US-Konjunktur
Händler begründeten die erneuten Preisrückgänge mit anhaltenden Sorgen um die US-Konjunktur. Trotz eines durch US-Präsident George W. Bush angekündigten Konjunkturpakets herrsche weiterhin die Gefahr, dass die größte Volkswirtschaft der Welt in eine Rezession abgleiten könnte, hieß es. Dies würde die Nachfrage nach Rohöl deutlich dämpfen und mithin die Preise weiter drücken. Die USA sind der größte Ölverbraucher der Welt, ein Wirtschaftseinbruch dort würde auch die Ölnachfrage senken.

Damit setzten sich auch am Ölmarkt die Pessimisten durch. Noch vergangene Woche hatte ein prominenter Vertreter der OPEC, der saudi-arabische Ölminister Ali Naimi, Anlass für die Erwartung steigender Preise gegeben: Er halte die gegenwärtige Versorgungssituation für normal, sagte er. Sein Land würde die Förderung nur erhöhen, wenn die Märkte das rechtfertigen würden. Offenbar erwartet die OPEC im Frühjahr den üblichen saisonalen Rückgang der Ölnachfrage wenn die Heizperiode auf der Nordhalbkugel zu Ende geht.

Dünner Handel
Verstärkt worden sei die Abwärtsbewegung der Preise durch einen dünnen Handel, sagten Marktbeobachter. Aufgrund eines Feiertags in den USA ruht der Handel an der Rohstoffbörse in New York. Lediglich im sogenannten elektronischen Handel werden am Montag Geschäfte getätigt. Auch habe der wieder festere Dollar die in der US-Währung gehandelten Rohstoffe verteuert, dies senke die Nachfrage und übe mithin Druck auf die Preise aus.

Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist am Freitag gesunken. Nach Berechnungen des OPEC-Sekretariats vom Montag kostete ein Barrel (159 Liter) aus den Fördergebieten der 13 Mitgliedsländer im Durchschnitt 86,06 Dollar (58,65 Euro) und damit 24 Cent weniger als am Donnerstag. Die OPEC berechnet ihren sogenannten Korbpreis auf der Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells.




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