01. November 2007 11:06

Allzeithoch 

Ölpreis fast bei 100 Dollar pro Barrel

Der Ölpreis hat am Donnerstag erstmals die Marke von 95 Dollar pro Barrel (159 Liter) übersprungen.

Ölpreis fast bei 100 Dollar pro Barrel
© APA/OMV

Der Ölpreis nähert sich der 100-Dollar-Marke. Nach einer neuen Leitzins-Senkung der US-Notenbank stieg der Preis für ein Barrel (rund 159 Liter) der Sorte Light Sweet Crude am Donnerstag in New York zeitweise auf 96,24 Dollar (66,73 Euro). Ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg in London auf den Rekordwert von 91,71 Dollar. Damit hat sich der Ölpreis binnen knapp zwei Jahren fast verdoppelt.

Fast historischer Höchststand
Der Ölpreis ist - bereinigt um die Inflation - nur wenig von seinem historischen Höchststand nach der Islamischen Revolution im Iran im Jahr 1979 entfernt. Berechnungen von Analysten zufolge müsste er knapp über 100 Dollar steigen, um diesen Rekord zu brechen. Der jüngste Schub kam, nachdem die US-Notenbank am Mittwochabend den Leitzins senkte. Damit können sich Unternehmen billiger mit Geld für Investitionen versorgen. Das weckt Hoffnungen auf eine bessere Wirtschaftsentwicklung in den USA, was eine höhere Ölnachfrage bedeuten würde.

Öllager leeren sich
Dazu kommt, dass die Öltanks in vielen Ländern der nördlichen Erdhalbkugel vor dem Winter leerer sind als erwartet. Außerdem gibt es derzeit in den ölreichen Regionen des Nahen Ostens größere Spannungen. Zudem wird Öl in Dollar notiert. Die Dollar-Schwäche macht Öl billiger für Anleger aus Nicht-Dollar-Ländern, die den Rohstoff mehr nachfragen und die Preise nach oben treiben.

Exporte teuer durch starken Euro
Dies dürfte zunächst so bleiben, da die Leitzins-Senkung auch den Dollar schwächer macht, weil Anlagen in Dollar nicht mehr so hoch verzinst werden. So schoss der Euro nach der Leitzins-Senkung auf das Allzeithoch von 1,4504 Dollar, bevor er am Donnerstag unter 1,45 Dollar sank. Der hohe Euro-Kurs macht zwar das Öl für die europäische Wirtschaft billiger, verteuert aber die Exporte der Unternehmen.

Auch Goldpreis steigt
Der schwache Dollar ließ auch den Goldpreis steigen. Erstmals seit 1980 kostete eine Feinunze (31,10 Gramm) mit 800,80 Dollar mehr als 800 Dollar. Gold wird wie Öl in Dollar notiert, weshalb es für Anleger aus Nicht-Dollar-Ländern derzeit günstiger ist und die Nachfrage steigt. Zudem schürt der hohe Ölpreis auch Sorgen vor steigender Inflation. Gold, dessen Wert relativ unabhängig ist vom jeweiligen Wert des Geldes, ist in solchen Zeiten ebenfalls sehr begehrt.

Ölpreis trifft vor allem arme Länder
Der hohe Ölpreis trifft vor allem auch ärmere Länder hart. Für Entwicklungsländer etwa, die den Rohstoff importieren müssen, sind die Preissprünge oft kaum noch bezahlbar. Der chinesische Staat, der die Treibstoffpreise subventioniert, hob den Benzinpreis am Donnerstag um acht Prozent an.

Die Notenbank Fed hatte am Mittwochabend den Leitzins um einen Viertelpunkt auf jetzt 4,5 Prozent herabgesetzt, um die Folgen der Immobilienkrise abzudämpfen. Mitte September hatte die Fed den Leitzins bereits um einen halben Prozentpunkt gesenkt.




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