09. Juni 2009 08:23

Im 1. Quartal 

Österr. Außenhandel mit Riesen-Defizit

Die Exporte gingen um 23,2 Prozent zurück.

Österr. Außenhandel mit Riesen-Defizit
© EPA

Österreichs Außenhandel hat im ersten Quartal 2009 ein Defizit von 1,15 Mrd. Euro verzeichnet. Im Vorjahresquartal hatte es noch einen Überschuss von 212 Mio. Euro gegeben. Die Exporte gingen um 23,2 Prozent zurück, die Importe lagen um 18,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Ausfuhren in die EU sanken gegenüber dem Vorjahr um 25,2 Prozent. Der Außenhandel mit Drittstaaten fiel um 17,8 Prozent niedriger aus, wie die Statistik Austria am Dienstag nach vorläufigen Berechnungen mitteilte.

Auch Importe sanken
Mit 22,8 Mrd. Euro lagen die Exporte Österreichs deutlich unter dem Vorjahreswert von 29,7 Mrd. Euro. Die Importe sanken ebenfalls, allerdings langsamer, von 29,5 Mrd. auf 23,95 Mrd.

Aus den Mitgliedstaaten der EU importierte Österreich zwischen Jänner und März Waren um 17,24 Mrd. Euro - 2008 waren es 21.64 Mrd. Euro. Der Wert der in diese Länder versandten Waren betrug 16,27 Mrd. Euro, 2008 waren es 21.75 Mrd. Euro. Der Außenhandel mit Drittstaaten fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei Importen mit 6,71 Mrd. Euro um 14,4 Prozent, bei den Exporten mit 6,53 Mrd. Euro um 17,8 Prozent niedriger aus.

Im März alleine gab es ebenfalls Rückgänge bei Importen und Exporten, allerdings fielen sie weniger stark aus als im gesamten Quartal. Die Einfuhren gingen um 14,6 Prozent auf 8,56 Mrd. Euro und die Ausfuhren um 15,9 Prozent auf 8,35 Mrd. Euro zurück. In Summe ergab dies im März einen Außenhandelsüberschuss von 0,21 Mrd. Euro.

Rekordeinbruch bei deutschen Exporten
Die deutschen Exporte sind im April so stark eingebrochen wie noch nie seit Bestehen der Bundesrepublik. Die Unternehmen verkauften Waren im Wert von 63,8 Mrd. Euro ins Ausland und damit 28,7 Prozent weniger als vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. "Das ist der stärkste Einbruch der Nachkriegszeit", sagte ein Statistiker. Er sei aber nicht allein mit der weltweiten Wirtschaftskrise zu erklären, sondern auch mit dem starken Vergleichswert: Im April 2008 hatte der Exportumsatz mit 89,5 Mrd. Euro einen Rekordwert erreicht.

Leichter Zuwachs im März
Auch im Vergleich zum Vormonat sanken die Ausfuhren mit 4,8 Prozent unerwartet deutlich. Experten hatten lediglich mit einem kalender- und saisonbereinigten Minus von 0,1 Prozent gerechnet. Im März hatte es mit 0,3 Prozent noch den ersten Zuwachs seit September 2008 gegeben, als wegen der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers der Welthandel kollabierte.

Umsatzrückgang von 15 Prozent
Wegen der weltweiten Nachfrageflaute rechnet der deutsche Exportverband BGA für 2009 mit einem Umsatzrückgang von bis zu 15 Prozent. Es wäre das erste Minus seit 1993 und das größte seit Gründung der Bundesrepublik 1949.

Die Einfuhren sanken im April um 5,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Experten hatten ein Plus von 0,2 Prozent vorhergesagt. Insgesamt wurden Waren im Wert von 54,4 Mrd. Euro importiert. Das waren 22,9 Prozent weniger als im April 2008.




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