10. Februar 2009 14:07

Rote Zahlen 

Österreich bei Firmenpleiten europaweit Zweiter

Die Finanzkrise hat eingeschlagen. Privatinsolvenzen in Österreich sind um 11% gestiegen. Ganz Osteuropa ist von der Pleitewelle bedroht.

Österreich bei Firmenpleiten europaweit Zweiter
© DPA/Roland Weihrauch

In ganz Europa schlägt sich die Wirtschaftskrise in steigenden Insolvenzzahlen nieder, auch Österreich ist stark betroffen: Mit 224 Insolvenzen pro 10.000 Unternehmen liegt Österreich europaweit auf Platz 2, nur Luxemburg steht mit 233 Insolvenzen pro 10.000 Firmen noch schlechter da, teilte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Dienstag mit. Die Zahl der Unternehmenspleiten in den EU-15 Staaten, Norwegen und der Schweiz stieg 2008 um knapp 11 Prozent auf rund 150.000 Fälle. Der Ausblick ist besonders für den CEE-Raum nicht gut: Die höchsten Insolvenzrisiken für 2009 sehen die von der Creditreform befragten Unternehmen in Osteuropa, speziell im Baltikum.

Unternehmensinsolvenzen nahmen zu
Der seit 2005 anhaltende Trend sinkender Unternehmensinsolvenzzahlen hat sich in Europa 2008 umgekehrt. Lediglich in drei der 17 von der Creditreform untersuchten Länder sind die Insolvenzzahlen im Jahresverlauf rückläufig: Die durchschnittliche Insolvenzquote Westeuropas liegt bei 83 insolventen Betrieben pro 10.000 Unternehmen.

Verzerrt wird das Bild allerdings laut Creditreform durch Länder wie Spanien, Griechenland und Italien, deren Insolvenzstatistik nicht mit denen der anderen Länder vergleichbar ist. Die Niederlande, Luxemburg und die Schweiz verzeichneten 2008 noch einmal weniger Unternehmenspleiten als im Jahr zuvor.

Auch in den mittel- und osteuropäischen Staaten Estland, Lettland, Litauen, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn nahm die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Lauf des Jahres 2008 zu. Für 2009 rechnen die von der Creditreform befragten Unternehmen mit einem starken Anstieg von Insolvenzen in Osteuropa. Im Jahr 2008 gab es knapp 21.600 Konkurse in Osteuropa, das entspricht einem Anstieg von 11,6 Prozent.

9.500 Privatinsolvenzen
Die Zahl der Privatinsolvenzen war im Jahr 2008 europaweit leicht rückläufig. Im Gegensatz zum allgemeinen Trend verzeichnete Österreich eine Zunahme der Privatinsolvenzen um 11 Prozent auf 9.500 Fälle. Insgesamt meldeten in Westeuropa 291.380 (2007: 302.392) natürliche Personen ihren wirtschaftlichen Zusammenbruch den zuständigen Stellen.

Die Zahl der durch die Insolvenz des Arbeitgebers bedingten Arbeitsplatzverluste stieg laut Creditreform im Jahresverlauf 2008 parallel zur Zunahme der Unternehmensinsolvenzen und liegt europaweit bei 1,4 Millionen. 2007 waren 1,2 Millionen Arbeitnehmer von der Insolvenz ihres Arbeitgebers betroffen.




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