10. Februar 2008 11:28

Wifo kritisiert 

Österreich ist ein Paradies für Reiche

Das Wifo kritisiert Österreichs Politik der Finanz­zuckerl für Superreiche bei gleichzeitig hoher steuerlicher Belastung von Arbeit.

Österreich ist ein Paradies für Reiche
© APA

Wörthersee, Kitzbühel und Kunstgenuss sind längst nicht die einzigen Faktoren, die Reiche nach Österreich locken. Die Hypo Investmentbank Liechtenstein empfiehlt den Milliardären dieser Welt die Alpenrepublik als kostengünstigste Heimat für ihr üppiges Kapital.

In der Publikationsliste auf der Homepage des Geldinstitutes findet sich gleich unter der Studie „Lottogewinn – Überfall des Glücks“ eine Analyse mit dem Titel „Steueroptimaler Wohnsitz Deutschland, Österreich oder Schweiz“.

Darin heißt es: „Österreich ist nicht nur als Ferienland kraft seiner Naturschönheiten mit Alpen, Tälern und Seen sehr beliebt. Unter der Annahme eines Anlagevolumens in der Höhe von fünf Millionen Euro zeigt Österreich sowohl bezogen auf die Einkommens- als auch auf die Erbschaftssteuer die weitaus tiefsten Belastungen.“

Als besonders „positiv“ bewerten die Banker die im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz mit 25 Prozent sehr niedrige Besteuerung von Zinseinkünften, sowie das steuerschonende Instrument der Privatstiftung als „zusätzliches Bonbon“.

So hat Kaufhauserbin Heidi Horten über ihre Privatissimo Privatstiftung einen Großteil ihrer 2,8 Milliarden Euro Vermögen nach Österreich gebracht. Aber auch Billa-Gründer Karl Wlaschek oder die Familien Porsche und Piëch profitieren davon.

Kritik wächst
Kein Wunder, dass in Zeiten hoher Preissteigerung und sinkender verfügbarer Einkommen die Kritik an dieser Steuerpolitik Österreichs wächst. Alois Guger, beim Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) für Verteilungsfragen zuständig, erklärt im Gespräch mit ÖSTERREICH: „Das Kapital, das so nach Österreich fließt, arbeitet hier nicht und bringt keine Arbeitsplätze.“ Besonders problematisch: Österreich betreibe Steuer-Dumping und bringe andere Länder unter Zugzwang. Guger: „Das ist international ein Thema.“

Fazit des Wirtschaftsforschers: Vermögen zugunsten von Arbeit wieder etwas stärker belasten, und so mehr Wirtschaftswachstum im Land schaffen.

Die reichsten Österreicher

 

Name

Tätigkeit

Vermögen

1.

Karl Wlaschek

Billa-Gründer

3,5 Mrd. Euro

2.

Fürst Hans Adam II

Finanz, Immobilien

3,5 Mrd. Euro

3.

Fam. Porsche & Piëch

Porsche

je 3,1 Mrd. Euro

4.

Heidi Horten

Kaufhaus-Erbin

2,8 Mrd. Euro

5.

Dietrich Mateschitz

Red Bull

2,7 Mrd. Euro

6.

Maria Schaeffler

Industrielle

2,1 Mrd. Euro

7.

Swarovski-Clan

Kristalldynastie

2,1 Mrd. Euro

8.

Julius Meinl V

Bankier

1,9 Mrd. Euro

9.

Alexander Kahane

Bankier

1,6 Mrd. Euro

10.

M. Kaufmann & Brüder

Fabrikanten

1,3 Mrd. Euro




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