06. September 2007 11:59

Jahres-Rechnug 

Österreich zahlt 20% mehr für weniger Öl

Österreich hat 2006 fast 2% weniger Öl aus dem Ausland bezogen, aber um ein ein Fünftel mehr bezahlt.

Österreich zahlt 20% mehr für weniger Öl
© (c) EPA

Österreich hat im Vorjahr fast zwei Prozent weniger Öl aus dem Ausland bezogen, wegen des gestiegenen Rohölpreises hat sich aber die Rechnung dafür um gut ein Fünftel verteuert. Die gesamten Erdölimporte verringerten sich um 1,75 Prozent auf 7,699 Millionen Tonnen, der Gegenwert dieser Einfuhren stieg aber um 20,4 Prozent auf 2,987 Mrd. Euro, geht aus den endgültigen Außenhandelsdaten der Statistik Austria hervor.

Insgesamt stieg der durchschnittliche Importwert 2006 um fast 23 Prozent von etwa 316 1/2 Euro auf 388 Euro pro Tonne Rohöl. Die Anlieferung der insgesamt fast 7,7 Mio. t Rohöl erfolgte fast gänzlich über die Transalpine Ölleitung (TAL) sowie die Adria-Wien-Pipeline (AWP) vom Ölhafen Triest zur Raffinerie Schwechat, so der Jahresbericht des Mineralölindustrie-Fachverbands.

Kasachstan und Russland
Wichtigste Rohöl-Lieferanten Österreichs waren 2006 Kasachstan und Russland mit gut 20 bzw. knapp 16 Prozent Anteil, gefolgt von Nigeria und Libyen mit je rund 15 Prozent sowie Saudi-Arabien mit etwa 10,5 Prozent und Syrien mit 8 Prozent, gefolgt von weiteren acht Ländern.

Kasachstan steigerte seine Ölausfuhren nach Österreich leicht um 2,2 Prozent auf 1,567 Mio. t; der Importwert erhöhte sich durch den Ölpreisanstieg jedoch von 498 auf knapp 637 Mio. Euro. Russland lieferte mit 1,219 Mio. t um 45 Prozent weniger als im Jahr davor und musste dadurch seine Spitzenposition an Kasachstan abgeben; der Importwert des russischen Öls sank von 692 auf 447 Mio. Euro. Inklusive Aserbaidschan kamen fast 40 Prozent des Öls aus GUS-Staaten zu uns.

Nigeria, Libyen
Nigeria lieferte mit 1,179 Mio. t um 3,2 Prozent weniger, lukrierte aber 516 (434) Mio. Euro Gegenwert. Libyen überholte mit einem kräftigen Anstieg der Exportmenge nach Österreich um das 2,5-fache auf 1,137 Mio. t den Iran und sogar Saudi-Arabien und rückte damit an die vierte Stelle der Lieferländer vor; der Gegenwert kletterte von 112 auf 467 Mio. Euro, mehr als eine Vervierfachung.

Saudi-Arabien, Syrien
Saudi-Arabien fiel mit einem Mengenrückgang von 28 Prozent auf 811.000 t vom 4. auf den 5. Rang zurück; die Import-Werte schrumpften von 325 auf 282 Mio. Euro. Es folgten Syrien mit 618.000 t, der Iran mit 332.000 t, Algerien mit 299.000 t, Aserbaidschan mit 181.000 t, Tunesien mit 162.000 t und der Irak mit 144.000 t. Aus der Slowakei und Tschechien kamen knapp 28.000 t bzw. fast 19.000 t.




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