17. November 2008 19:19

Ansturm 

Österreicher im Kaufrausch

Von Modeshops bis zu Einrichtungshäusern sind die Geschäfte derzeit gesteckt voll. Der heimische Handel spürt von einer Krise nichts.

Österreicher im Kaufrausch
© Fuhrich

Finanzkrise und Konjunkturflaute halten die Österreicher nicht vom Einkaufen ab – im Gegenteil: Letzten Samstag herrschte in den großen Einkaufsstraßen und Shopping-Centern quer durchs Land ein Andrang wie sonst erst knapp vor Weihnachten. "Wir haben knapp an der Rekordmarke gekratzt“, sagt Manfred Buchacher, Sprecher der Shopping City Süd (SCS) bei Wien im Gespräch mit ÖSTERREICH. Im Schnitt kommen täglich 75.000–80.000 Besucher in die SCS, an starken Tagen geht es auf die 100.000 zu.

Ansturm auf Mode-Shops
Besonderes Gedränge herrschte in Mode- und Schuhgeschäften, wo es bereits jetzt Rabatte von bis zu 50 Prozent auf Teile des Wintersortiments gibt. Ein Schuhladen in der SCS konnte am Samstag sogar kurzfristig keine neuen Kunden einlassen, weil es im Geschäft so voll war.

"Der Samstag war ein starker Tag“, bestätigt Günther Rossmanith, der als Franchisenehmer u.a. die Shops der Textilkette Mango in der SCS und der Wiener Mariahilfer Straße führt. „Die aktuelle Mango-Kollektion geht ohnehin besonders gut. Und jetzt wo es langsam kalt wird, ist neues Wintergewand erst recht gefragt.“ Von der Krise merkt Rossmanith definitiv nichts. "Ich spüre keine Zurückhaltung bei den Kunden. Das Geschäft läuft ganz normal.“

Rossmaniths Wendy Twinkle-Shop in der SCS, wo es Schuhe, Taschen und Accessoires gibt, war ebenfalls gesteckt voll. Auch im Elek­trohandel herrschte reger Betrieb, ähnlich wie in Einrichtungshäusern, wo die Kunden sich mit weihnachtlichen Deko-Artikeln eindeckten.

Frühstart für Weihnachten
Auf großen Einkaufsstraßen wie der Wiener Mariahilfer Straße war es letzten Samstag viel voller als an normalen Samstagen, nicht zuletzt wegen des sonnigen Schönwetters. Und: "Die Kunden kaufen durchaus schon für Weihnachten und nutzen es aus, dass meist noch das volle Sortiment zu haben ist.“ Bei den Händlern herrscht Optimismus fürs Weihnachtsgeschäft. Die Realität scheint die Minus-Prognosen der Wirtschaftsforscher eines Besseren zu belehren. "Der Konsument verhält sich eben nicht immer so, wie Umfragen es vorhersagen“, freut sich Roman Seliger von der Handelssparte der Wirtschaftskammer. Der Wiener Handelsobmann Fritz Aichinger bemerkt ebenfalls eine "gute Frequenz“ - "aber die Umsätze halten sich noch in Grenzen“. Der Weihnachtsumsatz vom Vorjahr - rund 1,4 Mrd. Euro - sei heuer kaum steigerbar. „Aber wenn wir ihn halten, ist das ein schönes Ergebnis.“




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