07. Mai 2008 13:30

Umsatz stieg um 27% 

Österreicher kaufen immer mehr Fairtrade-Produkte

Im Vorjahr ist der Umsatz von Fairtraide-Produkten um 27 Prozent auf 52,8 Mio. Euro angewachsen.

Österreicher kaufen immer mehr Fairtrade-Produkte

Die Fairtrade-Produkte finden in Österreich immer mehr Käufer. Im Vorjahr ist der Umsatz um 27 Prozent auf 52,8 Mio. Euro angewachsen. Insgesamt seien im Vorjahr 20 Millionen fair gehandelte Produkte verkauft worden, sagte Fairtrade-Österreich-Geschäftsführer Hartwig Kirner am Mittwoch vor Journalisten.

Die größten Zuwächse seien bei Fruchtsäften (+135 Prozent) und Schokolade (+31 Prozent) verzeichnet worden.

Bananen am beliebtesten
Das umsatzstärkste Produkt war die Fairtrade-Banane (15,4 Mio. Euro). Von diesem Produkt sind im Vorjahr österreichweit rund 7.000 Tonnen verkauft worden. Bereits jede fünfte verkaufte Banane sei fair gehandelt, betonte Kirner.

Schoko auf Platz 2
Schokolade belegt im Umsatzranking den zweiten Platz. Der Umsatz konnte um 31 Prozent auf 15,2 Mio. Euro gesteigert werden. Insgesamt seien 466 Tonnen verkauft worden. Täglich würden österreichweit 20.000 Schokoladentafeln verkauft.

Der Kaffeeabsatz ist im Vorjahr um 30 Prozent gewachsen. Vor allem im "Out of Home"-Bereich wie etwas in Kaffeehäusern, Büros oder Hotels sei es zu Zuwächsen gekommen, so Kirner.

350 Produkte zur Auswahl
Derzeit bestehe das Sortiment aus mehr als 350 Produkten, die zu mehr als 75 Prozent aus biologischem Anbau stammen, sagte Kirner. Zu Jahresbeginn wurde es erweitert und nun sind auch fair gehandelte Ananas, Avocados und Mangos im Handel erhältlich. Neu im Programm seien auch Heimtextilien aus Fairtrade-Baumwolle. Für das heurige Jahr erwartet Kirner ein Umsatzwachstum von 20 Prozent auf 60 Mio. Euro. 2009 soll die "1 Mrd. Schilling"-Grenze (72,7 Mio. Euro) geknackt werden.

Außenministerin Ursula Plassnik (V) betonte bei der Pressekonferenz, wie sehr Initiativen wie Fairtrade gebraucht würden. Bei Fairtade gehe es "sowohl um die Schaffung der notwendigen Strukturen als auch um die bewusste Mitwirkung der Menschen", sagte die Ministerin. Dabei würden sowohl die Entwicklungs- als auch die Geberländer eingebunden. Fairtrade sei ein Vorreiter und zeige, dass gerechter Handel möglich sei, so Plassnik.

Fairtrade ermögliche Bauern durch garantierte Mindestpreise und soziale Mindeststandards ein gesichertes Einkommen. Dadurch werde der Weg zur wirtschaftlichen Selbstständigkeit eröffnet, so die Außenministerin.

Seit 15 Jahren in Österreich
Seit 15 Jahren können Fairtrade-Produkte in Österreich gekauft werden. Als erstes Produkt wurde 1993 Kaffee verkauft, 1996 kam Schokolade ins Sortiment und seit 1999 werden Fairtrade-Fruchtsäfte verkauft. Die Bananen kamen 2002 in den heimischen Handel und sind inzwischen überall gelistet.




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