23. Juni 2009 13:18

OECD-Spitze 

Österreichs Pensionssystem zu teuer

Nur Italien wendet mehr Geld für die Alterssicherung auf. Der Pensionsanspruch liegt im Verhältnis zur Arbeitsleistung deutlich über OECD-Schnitt.

Österreichs Pensionssystem zu teuer
© APA/BARBARA GINDL

Österreich gibt innerhalb der 30 OECD-Länder nach Italien den größten Anteil seiner Wirtschaftsleistung für die Pensionen aus. Im Jahr 2005 betrugen die Aufwendungen für die Alterssicherung laut einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 12,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), im OECD-Schnitt waren es 7,2 Prozent des BIP. Die Ersatzraten sind in Österreich mit 80,1 Prozent deutlich höher als im OECD-Schnitt mit 59 Prozent. Insgesamt sieht die Studie die Pensionssysteme durch die weltweite Wirtschaftskrise "erheblich" betroffen.

Nur Italien höhere Ausgaben
Die Ausgaben gemessen am BIP sind nur in Italien (14 Prozent) höher als in Österreich. Knapp weniger gibt Frankreich für die Pensionen aus (12,4 Prozent). Deutschland folgt mit 11,4 Prozent BIP-Anteil, die Schlusslichter sind die Slowakei (6,2) und Großbritannien (5,7).

Ersatzrate
Klar voran liegt Österreich bei der Ersatzrate. Ein Durchschnittsverdiener erhält nach vollständiger Erwerbskarriere durch die Alterssicherung 80,1 Prozent des Brutto-Arbeitseinkommens. Dahinter folgen Ungarn mit einer Rate von 76,9 Prozent und Italien mit 67,9 Prozent. Am unteren Ende der Skala rangieren Deutschland mit 43 Prozent und Großbritannien mit 30,8 Prozent.

Krise
Laut Studie sind sowohl gesetzliche wie auch private Alterssicherung durch die Wirtschaftskrise "erheblich" betroffen. Kapitalgedeckte Systeme wie auch private Pensionsfonds haben demnach weltweit "erhebliche Verluste" zu verzeichnen. Wirtschaftskrise und steigende Arbeitslosigkeit setzen laut OECD aber auch die umlagefinanzierte öffentliche Altersvorsorge unter Druck.

So haben laut OECD private Pensionsfonds in den OECD-Ländern im vergangenen Jahr 23 Prozent ihres Wertes (5,4 Billionen US-Dollar) verloren. Am stärksten davon betroffen waren demnach Irland, Australien und die USA.




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