09. September 2008 09:28

Einvernahme in D 

Ötsch gerät in Siemens-Affäre unter Druck

Stürmische Zeiten für Alfred Ötsch: Der AUA-Chef gerät in der Siemens-Affäre ins Visier der Justiz. In Nürnberg wird er als Beschuldigter geführt.

Ötsch gerät in Siemens-Affäre unter Druck
Ötsch gerät in Siemens-Affäre unter Druck

AUA-Chef Alfred Ötsch gerät nun auch an einer anderen Front unter Druck. Laut Staatsanwaltschaft Nürnberg wird im Zuge der Schmiergeldaffäre bei Siemens neben dem früheren Chef Wilhelm Schelsky und Ex-Vorstand Johannes Feldmayer nun auch gegen Ötsch ermittelt. "Demnächst" soll der AUA-Boss von der deutschen Justiz einvernommen werden, berichten das "WirtschaftsBlatt" und "Heute" am Dienstag.

"Es geht um den Verdacht der Untreue zulasten Siemens und der Steuerhinterziehung zugunsten Siemens", wird Oberstaatsanwalt Wolfgang Träg zitiert. "Herr Ötsch wird als Beschuldigter zum nächstmöglichen Zeitpunkt von der deutschen Justiz verhört", so ein Sprecher. Der Vorwurf laute auf Untreue und Steuerhinterziehung.

Ötsch war ehemaliger Bereichsvorstand
Der heutige AUA-Chef war bei Siemens als Bereichsvorstand für die Automatisierungstechnik zuständig. Über sie sollen mit Hilfe angeblicher Beraterverträge hohe zweistellige Millionenbeträge an den Chef der umstrittenen Betriebsräteorganisation AUB, Wilhelm Schelsky, geflossen sein.

Nach Erkenntnissen der Nürnberger Staatsanwaltschaft, die Ötsch als Beschuldigten führt, soll der Ex-Siemens-Manager über den wahren Zweck der Zahlungen informiert gewesen sein und zwischen 2001 und 2005 gut 10 Mio. Euro zur Unterstützung der IG-Metall-Abwehrtruppe freigegeben haben, berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" unter Berufung auf die Anklageschrift zur Hauptverhandlung am 24. September.

Nach seinem Wechsel in die Konzernzentrale Ende 2001, heißt es in der Anklageschrift, habe Feldmayer seinen Nachfolger Ötsch "im Rahmen der Amtsübergabe-Gespräche über die Hintergründe informiert".

Der AUA-Chef bestreitet jegliche Verwicklung in die AUB-Affäre. Er sei "über die Hintergründe der Zahlungen nicht informiert" gewesen, ließ er mitteilen, "und konnte aufgrund seines Wissensstandes davon ausgehen, dass es sich um einen korrekten Vorgang handelt". Zudem seien alle Rechnungen zuvor penibel geprüft worden. Der Bereich habe lediglich als Rechnungsadresse fungiert, die inhaltliche und kostenmäßige Verantwortung sei ausschließlich in der Zentrale in München gelegen.




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