15. Juli 2009 16:53

Wettbieten 

Opel-Deal: Russland steht hinter Magna

Der russische Präsident Dimitri Medwedew will sich bei einem Treffen mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel, dass Magna den Zuschlag im Opel-Poker bekommt.

Opel-Deal: Russland steht hinter Magna

In der entscheidenden Phase des Bieterrennens um Opel erhält Favorit Magna Beistand aus dem Kreml. Russlands Präsident Dmitri Medwedew will sich beim Gipfeltreffen mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel am Donnerstag in München für eine Übernahme des angeschlagenen Autobauers durch das Konsortium aus dem österreichisch-kanadischen Zulieferer und dessen russischen Partner Sberbank stark machen.

Deren schärfster Rivale, der Finanzinvestor RHJ, warb unterdessen im Wirtschaftsministerium für sein Konzept, für das er - wie Magna - auf milliardenschwere Staatshilfe angewiesen ist.

"Ein guter Deal"
"Wir werden uns für dieses Geschäft aussprechen", sagte Medwedews außenpolitischer Chefberater Sergej Prikhodko am Mittwoch in Moskau. "Das ist ein guter Deal." Der russische Magna-Partner Sberbank will sich mit rund 35 Prozent an Opel beteiligen, Magna soll 20 Prozent halten.

RHJ versuchte, politische Vorbehalte gegen den Verkauf des Autobauers an eine Beteiligungsgesellschaft aus dem Weg zu räumen. Die vier Bundesländer mit Opel-Standorten hatten sich klar gegen eine Übernahme durch den europäischen Ableger des US-Finanzinvestors Ripplewood und für Magna ausgesprochen. Auch in der Bundesregierung gibt es Vorbehalte gegen RHJ. "Ich habe keine Anhaltspunkte, dass die Verhandlungen zwischen Magna und GM scheitern", sagte der deutsche Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) dem Magazin "auto motor und sport". Die Mehrheit der Opel-Anteile ist derzeit bei einer Treuhandgesellschaft geparkt. Die US-Mutter General Motors hält nur noch 35 Prozent.

Die Brückenfinanzierung von 1,5 Mrd. Euro für Opel zur Loslösung aus dem US-Mutterkonzern General Motors (GM) ist weder vertraglich noch rechtlich an einen bestimmten Bieter gebunden. Dies stellte Wirtschafts-Staatssekretär Jochen Homann am Mittwoch in Berlin klar. Zuvor hatte es Darstellungen gegeben, diese 1,5 Mrd., die je zur Hälfte vom Bund und von den Ländern mit Opel-Standorten getragen werden, seien nur dem kanadisch-österreichischen Zulieferer Magna zugesprochen worden.

Widerstand von den Arbeitnehmern
Widerstand gegen ein mögliches Engagement von RHJ kam am Mittwoch auch erneut wieder von der Arbeitnehmerseite. RHJ sei offenbar im Auftrag von General Motors unterwegs, sagte Opel-Aufsichtsratsmitglied und IG-Metall Bezirksleiter Armin Schild Reuters TV. "Ich glaube, das Konzept von Ripplewood ist darauf angelegt, Opel in wenigen Jahren wieder an GM zurückzuveräußern. Dann hätten wir das Desaster von Detroit erneut. Das ist nicht das, was wir uns unter New Opel vorgestellt haben, sondern das ist der Weg zurück in eine schlechte Vergangenheit."

Dennoch hat RHJ bei der Präsentation seines neuen Angebots im Bundeswirtschaftsministeriums versucht, Pluspunkte zu sammeln. Das Konzept sieht entgegen der ursprünglichen Variante den Erhalt aller vier Opel-Werke und deutlich weniger Staatsgarantien als bei Magna vor. Es handle sich bei der Veranstaltung jedoch um ein reines Informationstreffern, sagte eine Ministeriumssprecherin. Ergebnisse seien nicht zu erwarten.




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