11. Oktober 2009 15:57

Weg für Magna frei 

Opel-Übernahme rückt näher

Regierungs-Ausschuss: Das Geschäft ist genehmungsfähig.

Opel-Übernahme rückt näher
© AP

Der Staatsgarantie für die Übernahme Opels durch den österreichisch-kanadischen Autozulieferer steht nach Ansicht der deutschen Bundesregierung nichts mehr im Weg: Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtete, entschied der sogenannte Interministerielle Ausschuss der Regierung für die Vergabe von Bürgschaften am Donnerstag vergangener Woche, dass das Geschäft genehmigungsfähig sei.

Konzept nicht angezweifelt
Keiner der Teilnehmer habe die Tragfähigkeit des Magna-Konzepts für Opel grundsätzlich infrage gestellt, hieß es unter Berufung auf eines der beteiligten Ministerien im "Spiegel". An der Sitzung hätten Vertreter des Kanzleramts, des Finanz- und des Wirtschaftsministeriums sowie Abgesandte aus den vier Opel-Standort-Ländern Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und Thüringen teilgenommen. Die Runde erarbeite nun eine Entscheidungsvorlage für die künftigen Minister für Wirtschaft und für Finanzen, berichtete das Magazin.

Das Magna-Konzept steht und fällt mit der Gewährung öffentlicher Gelder. Magnas Pläne fußen auf der Annahme, dass staatliche Kredite und Bürgschaften von 4,5 Milliarden Euro fließen. Deutschland hatte als wichtigster Opel-Standort schon vor Monaten erklärt, in Vorleistung zu gehen. Die Regierungen von Großbritannien und Spanien dagegen hatten kürzlich betont, sie wollten sich nur unter bestimmten Bedingungen beteiligen. Der Kaufvertrag für Opel soll Anfang der Woche unterzeichnet werden.

Mitarbeiter soll auf 265 Mio. Euro verzichten
Voraussetzung dafür ist eine Einigung zwischen Magna und den Opel-Betriebsräten über den Sanierungsbeitrag der knapp 50.000 Opel-und Vauxhall-Beschäftigten. Die Verhandlungen laufen noch. Die Mitarbeiter sollen in den kommenden Jahren auf jeweils 265 Millionen Euro verzichten, um eine Sanierung zu ermöglichen.

Der Frankfurter IG-Metall-Vorsitzende und Opel-Aufsichtsrat Armin Schild sagte dem Berliner "Tagesspiegel": "Es geht nicht nur um eine Gewinnbeteiligung oder stille Kapitalbeteiligung. Es geht uns um eine Beteiligung am Haben und Sagen." Die Mitarbeiter brächten in der Summe das größte Volumen am Eigenkapital von New Opel auf. Dafür müsse es eine entsprechende Gegenleistung geben. "Wenn Magna das versteht und mitträgt, sind auch die Detailfragen lösbar", erklärte Schild.




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