09. Februar 2009 19:28

Staats-Spritze 

Paris pumpt 6,5 Milliarden in Peugeot und Renault

Paris unterstützt seine Autobauer angesichts der Wirtschaftskrise mit 6,5 Mrd. Euro. Gegenleistung: Die Unternehmen sollen in Frankreich bleiben.

Paris pumpt 6,5 Milliarden in Peugeot und Renault
© Reuters

Der Staat stellt PSA Peugeot Citroën und Renault jeweils zinsgünstige Kredite in Höhe von drei Mrd. Euro zur Verfügung, gab der französische Staatschef Nicolas Sarkozy am Montag bekannt. Im Gegenzug verlange der Staat von den Unternehmen, ihre Fertigung nicht ins Ausland zu verlagern.

Der Staat greife den Autobauern mit einem Fünf-Jahres-Darlehen von jeweils drei Mrd. Euro unter die Arme, damit sie sich "ruhig auf die Zukunft vorbereiten" könnten, sagte Präsident Sarkozy nach einem Treffen mit den Topmanagern der französischen Autoindustrie in Paris. Eine weitere halbe Milliarde Euro geht an die inzwischen zu Volvo gehörende Lastwagensparte von Renault. Der Staat beteiligt sich zudem stärker am Kurzarbeitergeld.

"Keine Kündigungen"
Im Gegenzug hätten sich die Autobauer verpflichtet, während der Dauer der Darlehen "keinen ihrer Standorte zu schließen und alles zu tun, um Kündigungen zu vermeiden", sagte Sarkozy. Damit solle erreicht werden, dass die Krise einen Teil der französischen Industrie und des Fachwissens der Branche nicht zerstören könne. Angesichts heftiger Proteste der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft verzichtet Sarkozy laut der Zeitung "Le Monde" (Dienstagsausgabe) aber auf seine Forderung, bereits nach Osteuropa verlagerte Standorte wieder nach Frankreich zurückzuholen.

Der Vorstandsvorsitzende von PSA-Peugot Citroën, Christian Streiff, versprach nach dem Treffen im Elysée-Palast, für 2009 auf Werksschließungen in Frankreich und die Aufsetzung von Sozialplänen zu verzichten. Alle Austritte aus dem Unternehmen in diesem Jahr würden auf freiwilliger Basis geschehen, sagte er. Zudem kündigte er an, in jedem der fünf französischen Montagewerke in den kommenden zwei Jahren ein zusätzliches Modell fertigen zu lassen. Er sprach von einer "bedeutenden Handreichung" des Staates für die Autoindustrie.

Sechs Prozent Zinsen
Der französische Staat verlangt für die Milliardenkredite einen Zinssatz von sechs Prozent, anstatt der marktüblichen elf bis zwölf Prozent, wie Industriestaatssekretär Luc Chatel mitteilte. Der zweite Teil des Planes sieht eine stärkere Unterstützung der Zulieferer vor. Der bisherige Hilfsfonds von 300 Mio. Euro werde auf 600 Mio.. Euro verdoppelt, sagte Sarkozy.

Im Dezember hatte Paris bereits eine Milliarde Euro zu ermäßigten Zinsen für die Finanzsparten der beiden Autobauer bereitgestellt. Zudem wurde eine Prämie von 1000 Euro eingeführt, wenn Neuwagenkäufer ihr mehr als zehn Jahre altes Fahrzeug verschrotten und ein umweltfreundlicheres Auto kaufen.




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