02. Oktober 2008 20:10

Rentenkürzungen 

Pensionskassen veranlagen weniger in Aktien

Die Pensionskassen senken zwar ihre Aktien-Veranlagungen, Kürzungen der Renten sind jedoch dennoch möglich.

Pensionskassen veranlagen weniger in Aktien
© APA

Angesichts der wegen der Finanzkrise seit Monaten auf Talfahrt befindlichen Börsen haben die Pensionskassen ihre Aktien-Veranlagungen schon länger reduziert - dennoch sind weitere Kürzungen bei manchen Zusatzpensionen auch für kommendes Jahr absehbar. Die ÖPAG Pensionskasse etwa hat ihr Aktienengagement auf aktuell 10 bis 12 Prozent gesenkt, es werde aber nächstes Jahr auch Reduktionen bei Leistungen geben, deren Ausmaß aber erst Anfang 2009 feststehen werde.

Anleihen und Cash beliebter
"Wir veranlagen derzeit sehr konservativ bei Aktien", sagte ÖPAG-Chef Johannes Ziegelbecker. Die strategische Zielmarke für Aktienveranlagungen habe man schrittweise seit Jahresbeginn von knapp über 30 auf knapp über 15 Prozent gesenkt, aktuell liege man noch darunter. Schwerpunkte der Veranlagungen seien derzeit Anleihen und der Geldmarkt: "Wir sind sehr stark in Cash."

Minus 4,95 Prozent
Ende Juni sind die Veranlagungsergebnisse der heimischen Pensionskassen insgesamt um 4,95 Prozent im Minus gelegen. Dabei betrug bei den überbetrieblichen Kassen die Performance -4,65 Prozent und bei den betrieblichen -6,20 Prozent. Die Ein-Jahres-Performance machte laut OeKB-Vergleich per 30.6. insgesamt -5,93 Prozent aus, dabei -5,55 Prozent bei überbetrieblichen und -6,20 Prozent bei betrieblichen Kassen. Über 3 Jahre lag die Performance gesamt bei +2,51 Prozent jährlich, über 5 Jahre bei +4,84 Prozent pro Jahr.

Anleihen, Cash und Darlehen in Euro dominierten in der Asset Allocation der Pensionskassen zur Jahresmitte mit 61,5 Prozent deutlich, wobei die überbetrieblichen Kassen sogar auf 63,5 Prozent kamen. Rund ein Drittel des veranlagten Kapitals steckte in Aktien, dabei etwa je zur Hälfte in Euro- und Nicht-Euro-Papieren.

Reserven weggeschmolzen
Die "Reserven" der Kassen in Form der Schwankungsrückstellung sind mittlerweile zusammengeschmolzen. Laut Vorschrift können sie zwischen Null und 25 Prozent liegen, was einer Deckung von 100 bis 125 Prozent entspricht. Aktuell dürften es in der Branche nur zwischen Null und 10 Prozent sein, schätzt Ziegelbecker. Bei der ÖPAG lag die Schwankungsrückstellung im Vorjahr bei 7 bis 8 Prozent.

Die überbetriebliche ÖPAG Pensionskassen AG zählt derzeit rund 8.000 Pensionisten und 110.000 Anwartschaftsberechtigte, erklärte ÖPAG in Utrecht. Ende 2007 verwaltete man 2,88 Mrd. Euro Vermögen. An laufenden Beiträgen nahm die ÖPAG im Vorjahr 136,8 Mio. Euro ein.




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