08. Jänner 2008 15:43

VW-Prozess 

Piech hatte "keine Ahnung von Korruption"

Der VW-Aufsichtsratschef dementierte vor Gericht einmal mehr jede Mitwisserschaft in der Schmiergeldaffäre.

Piech hatte "keine Ahnung von Korruption"
© Reuters

Zweieinhalb Jahre nach Bekanntwerden der VW-Affäre musste sich der VW-Aufsichtsratschef und Ex-Generaldirektor Ferdinand Piech am Mittwoch erstmals vor Gericht zu den Zuwendungen an Betriebsräte äußern. In dem Untreue-Prozess gegen den Ex-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer und Ex-Betriebsratschef Klaus Volker war Piech am Vormittag als Zeuge vor das Landgericht Braunschweig geladen. Einmal mehr hat Piech angegeben, vom Spesenmissbrauch nicht informiert gewesen zu sein.

"Wusste nichts"
Der Aufsichtsratschef bestritt eine Mitwisserschaft über die Lustreisen, Bordellbesuche und Sonderboni für die Arbeitnehmervertreter. Der Missbrauch durch den Betriebsrat sei ihm nicht zur Kenntnis gelangt, so Piech: "Ich habe mich nicht damit befasst." Schon in den vorangegangenen Verhören hatte er angegeben, nichts gewusst zu haben.

Eine Mitwisserschaft des Managements könnte das Strafmaß für Volkert und Gebauer verringern. Piech war von 1993 bis 2002 Vorstandschef von Volkswagen.

Hartz bestätigt
Der frühere VW-Personalvorstand Peter Hartz hatte schon davor in seinem eigenen Prozess und auch als Zeuge im laufenden Verfahren Piechs Aussage bestätigt und die alleinige Verantwortung für die Malversationen übernommen. Hartz war daher vor knapp einem Jahr wegen schwerer Untreue und Begünstigung eines Betriebsrates zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden.




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