19. November 2007 12:43

City Express 

Post übernimmt Paketzusteller in Serbien

Nach den herben Verlusten am heimischen Paketmarkt setzt die Österreichische Post AG jetzt ihre Einkaufstour in Osteuropa fort.

Post übernimmt Paketzusteller in Serbien
© apa

Wie die Post am Montag mitteilte, hat sie die serbische Firma City Express d.o.o. übernommen und steigt damit in Serbien und Montenegro ein.

14 Standorte mit 368 Mitarbeitern
Das vor fünf Jahren gegründete Unternehmen betreibt 14 Standorte in Serbien und eine Niederlassung in der Republik Montenegro und wird mit 368 Mitarbeitern sowie einer Flotte von 248 Fahrzeugen heuer rund zwei Millionen Sendungen transportieren. Das entspreche einem Marktanteil von rund 50 Prozent, so die Post. Kaufpreis wurde keiner genannt. Der Umsatz der Firma soll heuer bei etwa 10 Mio. Euro liegen.

Die Übernahme sei "eine logische Konsequenz unserer Expansionsstrategie in Südosteuropa", erklärte der für den Paketbereich verantwortliche Post-Generaldirektor Anton Wais in der Pressemitteilung. Serbien und Montenegro hätten "enormes Potenzial".

Sechste Paket-Tochter
City Express ist die mittlerweile sechste Paket-Tochter der Österreichischen Post in Ost- und Südosteuropa. Schon 2002 hat die Post in der Slowakei die Firmen Slovak Parcel Service und In Time übernommen, 2003 in Kroatien die Firma Overseas und erst heuer in Ungarn die Paket-Zusteller Merland Express und Road Parcel. Auch in Slowenien war die Post bereits aktiv. Dort wollte sie einen eigenen Paketdienst aufbauen, was jedoch gescheitert ist. Vor knapp zwei Jahren hat sich die Post aus Slowenien wieder zurückgezogen.

Kampf im eigenen Land
Am österreichischen Heimmarkt kämpft die Post seit heuer mit massiver Konkurrenz durch die Paket-Tochter des Otto-Versands und größten deutschen privaten Paketdienst Hermes. Mitte dieses Jahres sind Otto und Universal Versand von der Post zu Hermes gewechselt. Mit nächstem Jahr folgen Quelle und Neckermann. Damit sind sämtlichen großen Versandhäuser abgesprungen. Der Post fallen deshalb ab dem kommenden Jahr bis zu 15 Millionen von den zuletzt 42 Millionen Paketen weg.

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Aktienwert massiv geschrumpft
Der Kurssturz bei der Post-Aktie nach den Einbrüchen im Paket-Geschäft hat nicht nur die Anleger, sondern auch die Vorstände getroffen. Addiert man die im Internet veröffentlichten "Directors' Dealings" aller vier Post-Vorstände, kommen sie zusammen auf knapp 55.000 Aktien. Deren Wert hat verglichen mit dem Höchststand der Aktie von knapp 40 Euro in Summe fast eine Million Euro eingebüßt.

Götz mit den meisten Aktien
Die meisten eigenen Unternehmensaktien - 28.684 Stück - besitzt demnach Post-Filialnetzvorstand Herbert Götz. Sein Paket alleine ist heute fast 500.000 Euro weniger wert als noch vor zwölf Monaten. Allerdings hat er sich gleich beim Börsegang zu 19 Euro das Stück eingedeckt. Post-Generaldirektor Anton Wais und Finanzvorstand Rudolf Jettmar dagegen haben noch heuer im Frühjahr, Wais auch noch im August/September groß zugekauft - zu einem Kurs von um die 30 Euro je Aktie.

Kurs stark eingebrochen
Nach dem Absprung von Quelle und Neckermann-Versand in der vorvergangenen Woche war der Kurs der Post-Aktie um mehr als 5 Euro eingebrochen. Am heutigen Montag wurde die Aktie am frühen Nachmittag um 22,26 Euro gehandelt, erneut 1,5 Prozent unter dem Freitag-Schlusskurs der Vorwoche und damit nahe dem vor wenigen Tagen erreichten 17-Monats-Tief von 22 Euro.




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