06. August 2008 09:20

Mammutverfahren 

Profi-Sportlerinnen sagen im Siemens-Prozess aus

Über 100 Zeugen sind benannt, auch prominente Sportler: In Nürnberg beginnt der Mammutprozess gegen den Siemens-Betriebsrat.

Profi-Sportlerinnen sagen im Siemens-Prozess aus

In der Affäre um die verdeckte Finanzierung der Betriebsräteorganisation AUB durch den deutschen Konzern Siemens steht vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth ein spektakulärer Mammutprozess bevor. Die Staatsanwaltschaft hat mehr als 100 Zeugen für das Verfahren gegen den früheren Siemens-Zentralvorstand Johannes Feldmayer und Ex-AUB-Chef Wilhelm Schelsky benannt. Auch einige Spitzensportler sollen in dem Verfahren aussagen, das Ende September beginnen solle.

Untreue und Betrug
Feldmayer ist vor allem wegen Untreue, Schelsky wegen Beihilfe dazu und Betrug angeklagt. Zudem wird sich der Prozess wesentlich um den Vorwurf der Steuerhinterziehung in Millionenhöhe drehen. Siemens hat laut SZ inzwischen knapp 5,7 Millionen Euro Körperschaftssteuer nachträglich an das Münchner Finanzamt überwiesen.

Nach Informationen des Blattes will die Anklage 18 ranghohe Siemens-Manager in den Zeugenstand rufen. Daneben sollen Spitzenhandballerinnen des amtierenden deutschen Meisters 1. FC Nürnberg vernommen werden, darunter die Nationalspielerinnen Ania Rösler, Jana Krause und Christina Rohde.

Nach Erkenntnissen der Ermittler seien alle Mitarbeiter der AUB-Bundesgeschäftsstelle in Nürnberg bis 2001 Angestellte von Siemens gewesen und hätten ihr Gehalt vom Konzern bekommen.




Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |