08. Juli 2008 21:05

Angriff 

Putschversuch bei Meinl-Firmen

Nach einem Frontalangriff gegnerischer Investoren via FAZ-Inserat sieht sich MIP-Manager KHG im Kampf gegen die Liquidierung der Firma.

Putschversuch bei Meinl-Firmen
© ÖSTERREICH/ Kernmayer

Das Match um die beiden Meinl-Firmen Meinl Airports International (MAI) und Meinl International Power (MIP) wird jetzt richtig brutal. Um 37.590 Euro schaltete die Firma Wiener Firma Cube Invest und ihr Gesellschafter Alexander Proschofsky ein Inserat in der noblen Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) mit Angriffen fast schon unter der Gürtellinie: „Schlag ins Gesicht der Anleger“, heißt es in fetten Lettern. Gezeigt werden abstürzende Charts der Börsenkurse. Tenor: Die Board-Mitglieder beider Firmen würden statt der Interessen ihrer Anleger die der Meinl Bank vertreten. Während MAI und MIP an Wert verloren, hätte sie „außerordentlich hohe“ Zahlungen an die Bank leisten müssen.

Frontalangriff
Der Frontalangriff ist Teil eines Putschplanes, den Aktionärsvertreter wie Proschofsky, der Wiener Rechtsanwalt Martin Löffler sowie Wilhelm Rasinger (Interessensverband der Kleinanleger) im Vorfeld der Hauptversammlungen der Gesellschaften am 16. und am 28. Juli verfolgen. Sie wollen die Führungsriege der Unternehmen austauschen und sie damit in die Hand bekommen.

Grasser schlägt zurück
Im Gespräch mit ÖSTERREICH schlägt Grasser jetzt zurück: „Hinter den kritischen Anlegern stehen die beiden Investmentgesellschaften Elliott und QVT, die als so genannte Geierfonds bekannt sind. Ihr Kerngeschäft ist bekannt: Sie zerschlagen Firmen um sich kurzfristige Renditen zu sichern. Wenn ihnen das bei der MIP gelingt, können sie sich bei rund 6 Euro Einstiegspreis in kürzester Zeit dreißig bis fünfzig Prozent Gewinn holen.“

Dies aber zum Nachteil der anderen Anleger, wie Grasser betont: „Die meisten Investoren sind ja zu höheren Kursen eingestiegen. Sie profitieren nur, wenn die Unternehmen langfristig und nachhaltig entwickelt werden – so wie wir das vorhaben.“ Als Beweis für die destruktiven Absichten von Elliott und QVT sieht Grasser den Umstand, dass das von ihnen für die MIP vorgeschlagene Management keinen einzigen ausgewiesenen Energiespezialisten beinhalte.

Und was ist mit Anlegerschützern wie IVA-Präsident Wilhelm Rasinger, die ebenfalls auf die Barrikaden gestiegen sind? Grasser nimmt sich auch hier kein Blatt vor den Mund: „Diese Leute werden derzeit von den Geierfonds instrumentalisiert.“




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