22. Oktober 2009 09:59

Pleite 

Quelle-Ausverkauf von 18 Mio Artikel

Bis zum 1. November dürfte es durch die Pleite 4.000 neue Arbeitslose geben.

Quelle-Ausverkauf von 18 Mio Artikel
© AP

Nach dem Aus für Quelle laufen bei dem Versandhaus die Vorbereitungen für den Ausverkauf von rund 18 Millionen Artikeln. Erst wenn in den kommenden Tagen der Ablauf der Lagerräumung geklärt sei, könne es Klarheit über weitere Entlassungen geben.

Arcandor-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg hatte angekündigt, in den kommenden Wochen würden mit ordentlichen Rabatten die Lager bei Quelle geräumt. In der Region Nürnberg und Fürth müssen 4.000 Quelle-Mitarbeiter voraussichtlich bereits zum 1. November gehen. Quelle-Gesamtbetriebsratschef Ernst Sindel sieht weitere 3.000 Jobs an anderen Standorten gefährdet.

Kündigungszeitpunkt unklar
Wann den Mitarbeitern an diesen Standorten gekündigt werde, sei noch unklar. Ein Teil von ihnen werde wohl noch für den Verkauf der letzten Waren benötigt. Von der Insolvenz nicht betroffen sind dagegen etwa 3.500 Mitarbeiter der 17 Quelle-Auslandstöchter und der 15 Spezialversender der Primondo-Gruppe.

Komplizierten Verflechtungen
"Was der Insolvenzverwalter für Zahlen rauslässt, ist zum Teil hanebüchen", sagte Quelle-Gesamtbetriebsratschef Ernst Sindel. Dieser hatte am Dienstag gesagt, er gehe davon aus, dass etwa 5.000 Quelle-Mitarbeiter ihre Arbeit verlieren werden. "Das zeigt, dass die Insolvenzverwaltung ein weiteres Mal die Komplexität des Unternehmens weit unterschätzt", kritisierte Sindel. Die Abhängigkeiten zahlreicher anderer Gesellschaften innerhalb der Primondo-Gruppe von der Quelle GmbH würden nicht erkannt.

Für 450 Beschäftigte, die zum 1. Oktober in die inzwischen wieder aufgelöste Transfergesellschaft gewechselt seien, sei eine Lösung gefunden worden, erklärte Sindel. Obwohl sie die Quelle GmbH offiziell verlassen hätten, würden sie im Oktober noch wie Angestellte behandelt und ihr normales Gehalt erhalten.

Hilfsbereitschaft
Insgesamt hätten bereits etwa 800 Quelle-Beschäftigten eine neue Stelle gefunden. Der Betriebsratschef berichtete zudem von Solidaritätsbekundungen von Unternehmen aus dem ganzen Bundesgebiet. Fast täglich gingen im Betriebsratsbüro Jobangebote für die Quelle-Mitarbeiter ein. "Diese Welle der Hilfsbereitschaft ist schon bemerkenswert", sagte Sindel.

Auch der Fürther Fußball-Zweitligist Greuther Fürth will sich mit den Versandhaus-Mitarbeitern solidarisch zeigen. Der Club stellte ihnen 1.000 Karten für das Heimspiel am kommenden Freitag kostenlos zur Verfügung.




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