25. Mai 2009 14:41

Nach Skandal in D 

Red Bull aus Österr. auf Kokain geprüft

Nach dem Fund von Kokainspuren im Red-Bull-Cola in Deutschland sind die Experten der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) noch am Analysieren ihrer gezogenen Proben.

Red Bull aus Österr. auf Kokain geprüft
© red bull

0,4 Mikrogramm Kokain pro Liter wurde laut dem nordrhein-westfälischen Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit (LIGA) gefunden: "Das heißt, dass auf ein Mal jemand 100.000 Liter trinken muss, um eine Wirkung zu erzielen", so eine LIGA-Sprecherin.

Die österreichischen Untersuchungen umfassen u. a. eine Analyse, Gutachten und Nachanalysen zur Verifizierung der Ergebnisse. Bisher galt das nach zugelassenen Verfahren "dekokainierte" Kokablattextrakt als "sicher" für Menschen. Im Gesundheitsministerium wurde Montagnachmittag ein Treffen einberufen, um "Offenes" zu besprechen, hieß es davor.

Kokablatt-Produkte unbedenklich?
Red Bull zeigte sich vorerst auch am Montag recht schweigsam: Man sei mit dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) in Kontakt um Bedenken auszuräumen, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme. "Red Bull Cola sowie andere Lebensmittel, die Kokablattextrakte enthalten, gelten sowohl in der EU als auch in den USA als unbedenklich und verkehrsfähig."

Orale Einnahme weniger bedenklich
Der wissenschaftliche Leiter der Wiener Drogenberatungsstelle "ChEckiT!", Rainer Schmid, meint, die benötigte Kokain-Dosis, um eine pharmakologische Wirkung zu erzielen, sei abhängig vom jeweiligen Konsumenten; sie würde sich "grob gesagt" bei etwa 50 Milligramm einstellen. "Eine Straße Kokain - also einmal saugen - enthält in etwa zwischen 20 und 100 Milligramm", so Schmid. Auch merkte der Experte an, dass die Wirksamkeit bei oraler Einnahme nicht so groß sei wie wenn "geschnupft" werde.

Koks als Medikament

"Kokain wurde schon vor 5.000 Jahren verwendet", sagte Harald Sitte vom Pharmakologischen Institut der Medizinischen Universität Wien. Boten für Langstrecken seien früher damit abgehärtet worden - Kokablatt-Konsum erhöht z. B. die Ausdauer. Um 1960 wurde die psychoaktiv wirksamen Komponenten des Kokastrauchs von Albert Niemann erstmals chemisch isoliert. Die Wirkung begeisterte z. B. auch den Begründer der Psychoanalyse Sigmund Freud - er verfasste die Schrift "Über Coca". Später wurde Kokain als Lokalanästhetikum in der Medizin eingesetzt. 1888 wurde Coca-Cola auf Basis von Koka und Cola-Nuss-Extrakten auf den Markt gebracht, doch 1906 wurde in den USA der Zusatz von Kokain in Getränken und rezeptfreien Arzneimitteln gesetzlich verboten, heißt es auf der Website von ChEckiT!.




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