07. August 2008 16:04

Preisabschläge 

Rekord bei Getreideernte, aber schlechte Qualität

Die Bauern in der EU werden in diesem Jahr eine überdurchschnittliche Getreideernte einfahren. Doch die Qualität leidet.

Rekord bei Getreideernte, aber schlechte Qualität
© APA

Die Ernte werde mit 301 Millionen Tonnen um 16 Prozent über der des Vorjahres liegen, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Ernteschätzung der EU-Kommission in Brüssel. Das sind neun Prozent mehr als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Die Gründe sind vor allem besseres Wetter und größere Anbauflächen wegen gestiegener Nachfrage.

Schlechtere Qualität
Auch in Österreich wird heuer quantitativ eine Rekordernte eingefahren, allerdings bei geminderter Qualität. Unterm Strich wird die Ernte dem des Vorjahres entsprechen, hieß es zuletzt von der Agrarmarkt Austria.

Preisabschläge von 50 Prozent
Der anhaltende Regen im Juli habe die Landwirte teilweise gezwungen, das Getreide länger stehen zu lassen als vorgesehen. Als Folge davon habe das Korn an Protein verloren und teilweise zu keimen begonnen. Das Ergebnis seien drastische Einbußen bei den Qualitäten. Und schlechtere Qualitäten könnten nur mit Preisabschlägen bis 50 Prozent verkauft werden, hieß es.

Große Erlösverluste
Am internationalen Markt tendieren die Getreidepreise nach der stabilen Erstnotierung an der Börse derzeit nach unten. Gleichzeitig seien die Kosten für die Produktion enorm gestiegen. Bei Schwefeldünger gab es etwa eine 1.000prozentige Preissteigerung. Die Erlösverluste betragen den Angaben zufolge rund 500 bis 600 Euro pro Hektar gegenüber dem Vorjahr.

Verbrauch legt ebenfalls zu
Die Produktion ist zwar weltweit gestiegen, der Verbrauch legte aber noch stärker zu. Insgesamt werden heuer 1,7 Milliarden Tonnen Getreide erwartet. Alleine in Österreich können durch die gute Witterung in der Wachstumsperiode, eine intensivere Produktion nach den guten Preisen vom Vorjahr und die Aufhebung der Stilllegungsverpflichtung 2008 rund 600.000 Tonnen mehr Getreide erzeugt werden.

Niedrigster Lagerstand seit 1979
Der weltweite Verbrauch steigt laut Internationalem Getreiderat (IGC) allerdings stärker, und so sind auch die Lagerbestände nur marginal größer geworden. Tatsächlich gab es 2007, am Ende des letzten Wirtschaftsjahres, den absolut niedrigsten Lagerstand seit 1979.




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