25. Oktober 2007 15:43

Rekordhöhe 

Rohkaffee mit höchstem Preis seit 10 Jahren

Ein Grund sind Spekulationen mit Kaffee - schlechte Witterung und die Angst vor Ernteausfällen holten die Spekulanten auf den Plan.

Rohkaffee mit höchstem Preis seit 10 Jahren
© APA

Die Rohkaffeepreise sind auf den höchsten Wert seit zehn Jahren gestiegen. Grund für den Anstieg sind Spekulationskäufe an den Börsen aus Angst vor Ernteausfällen infolge schlechter Witterungsbedingungen.

Plus 20%
Nach einem leichten Rückgang von Jänner bis April zogen die Preise ab Mai wieder deutlich an. Im heurigen September kostete ein Pfund Rohkaffee an den internationalen Börsen im Durchschnitt schon 113,2 US-Cent (0,8 Euro). Das ist eine Steigerung von fast 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert und der höchste Kaffeepreis seit zehn Jahren.

Noch höher lag der Preis für Rohkaffee zuletzt im September 1997 (132,5 US-Cent/Pfund).

Die in Österreich besonders beliebte Kaffeesorte Arabica war von den Steigerungen ebenso betroffen wie die kräftiger schmeckenden Robusta-Bohnen.

Preise steigen weiter
Eine Entspannung auf der Preisfront scheint nicht in Sicht. Laut Gerald Steger, Geschäftsführer von cafe+co International, dem größten Kaffeeautomaten-Betreiber in Österreich sowie Zentral- und Osteuropa, legten die Preise im Oktober sogar weiter zu. Am 8. Oktober wurde erstmals die Marke von 120 US-Cent übersprungen.

"Da weltweit immer mehr Kaffee verbraucht wird, ist auch in Zukunft mit einem Fortbestand des hohen Preisniveaus zu rechnen", so Steger.

Kaffee immer beliebter
Der Welt-Kaffeeverbrauch stieg zuletzt von 118 Millionen Sack zu 60 Kilo im Jahr 2005 auf 120 Millionen Sack im Jahr 2006. Für heuer schätzt die Internationale Kaffee-Organisation den Kaffeeverbrauch wieder auf rund 120 Millionen Sack. Dem steht eine weltweite Produktion von nur 114 Millionen Sack im Erntejahr 2007/08 gegenüber.

Lange Dürre
Eine anhaltende Trockenperiode in Brasilien, dem größten Kaffeeproduktionsland der Welt, sowie Überschwemmungen in den Kaffeeregionen Afrikas, Zentralamerikas und Asiens veranlassten die großen Händler, ihre Lager aufzustocken. Auch die guten Ernteprognosen für Robusta-Bohnen aus Vietnam reichten nicht, einen weiteren Anstieg des Preisdurchschnitts zu verhindern.




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