10. Jänner 2008 16:38

Verschmolzen 

Rupp übernimmt Alma

Die Privatkäserei kauft die Käse-Genossenschaft, um einer der "Großen" zu sein. Alma hatte zuletzt finanzielle Probleme.

Rupp übernimmt Alma
© www.rupp.at

Die Vorarlberger Privatkäserei Rupp AG übernimmt die Käserei-Genossenschaft "Alma Vorarlberger Käsefabrikation und Export reg.Gen.m.b.H.". Die gesamte Käseproduktion soll vom Standort Hard im Bezirk Bregenz schrittweise bis Ende 2009 zu Rupp in das neue Werk in Hörbranz verlagert werden. Alle 102 Alma-Mitarbeiter werden übernommen, die Marke "Alma" bleibt bestehen. Über den Preis war den Unternehmen nichts zu entlocken.

Alma war angeschlagen
Die seit längerem mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten kämpfende Alma hätte dringend notwendige Investitionen im Ausmaß von bis zu 10 Mio. Euro für Bewilligungen und neue Anlagen tätigen müssen, der finanzielle Kraftakt wäre zu groß gewesen. Also hat man sich für den Verkauf entschieden.

Veräußert werden die Geschäftsbereiche Schmelzkäse und Naturkäseproduktion. Nicht verkauft werden die 22.000 Quadratmeter große Liegenschaft in Hard mit dem Käsekeller, der in den Bregenzerwald verlagert werden soll, und die 51 Prozent-Anteile an der "Alpenkäse GmbH".

Alma plant neue Sennerei
Der gesamte Erlös aus dem Verkauf der Alma fließt in die "Alpenkäse GmbH". Damit und mit der Abnahmegarantie für den Alpkäse hat man jetzt die finanziellen Möglichkeiten, die lange geplante neue Sennerei als Ergänzung zum bestehenden Käsekeller zu errichten.

Rupp wollte ein "Großer" sein
Josef Rupp, Chef der Privatkäserei, will mit der Übernahme die Marktstellung von Rupp absichern: "Der europäische Käsemarkt teilt sich immer mehr in Kleinbetriebe und Großunternehmen, mittlere Betriebe haben sehr schlechte Überlebenschancen". Mit Alma spiele man in einem Bereich, der "einen guten Platz bei den Großen" bringe und damit die Wettbewerbsfähigkeit sichere. Das Umsatz- und Absatzvolumen von Rupp steigert sich durch den Kauf um gut 50 Prozent.

Die 1921 gegründete Genossenschaft Alma verarbeitete 2006 eine Käsemenge von 10.000 Tonnen, die Exportquote lag bei 65 Prozent. Die "Alpenkäse GmbH" erzielte einen Umsatz von 7 Mio. Euro.

Die Privatkäserei Rupp AG mit Sitz in Lochau wurde 1908 gegründet und erwirtschaftete 2006 einen Umsatz von 80 Mio. Euro. 2006 verarbeitete Rupp eine Käsemenge von 22.000 Tonnen, die Exportquote lag bei 80 Prozent.




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